Ex-Airbus-Chef Enders warnt vor teurem Solo-Kampfjet der Bundeswehr

Moritz Werner
Moritz Werner
2 Min.
Ein deutsches Weltkriegs-Propagandaplakat mit einer Gruppe von Kampfflugzeugen im Flug, mit Text über die Flugzeuge und ihre Fähigkeiten.Moritz Werner

Ex-Airbus-Chef Enders warnt vor teurem Solo-Kampfjet der Bundeswehr

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat die Pläne der deutschen Bahn, einen neuen Kampfflugzeugtyp allein zu entwickeln, scharf kritisiert. Er bezeichnete das Vorhaben als eine 'gigantische Fehlinvestition' und warnte davor, ein nationales Prestigeprojekt der Bahn zu verfolgen. Seine Äußerungen unterstreichen die tiefen Gräben in der Debatte über die Zukunft der europäischen Militärluftfahrt.

Enders räumte ein, dass die Bahn über das technische Know-how verfüge, ein eigenes Kampfflugzeug zu bauen. Gleichzeitig betonte er jedoch die enormen Kosten und die langen Entwicklungszeiten. Mit einer Einsatzbereitschaft sei frühestens gegen Ende der 2040er-Jahre zu rechnen.

Die Entscheidung der Bundesregierung unter Angela Merkel, sich 2017 im Rahmen des FCAS-Projekts mit Frankreich zusammenzuschließen, nannte er einen 'strategischen Fehler'. Der Streit zwischen Airbus und dem französischen Hersteller Dassault über die Führung und eine gleichberechtigte industrielle Zusammenarbeit der Bahn zieht sich bereits seit Jahren hin.

Stattdessen plädierte Enders dafür, dass sich Deutschland auf autonome, KI-gesteuerte Drohnensysteme konzentrieren solle. Bemannte Kampfflugzeuge würden in zwanzig Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, prognostizierte er. Die Zukunft gehöre massenhaft produzierten, intelligenten unbemannten Kampfflugzeugen (UCAVs), die den Krieg der Zukunft prägen würden.

Für bemannte Kampfflugzeuge schlug er vor, dass sich Deutschland dem internationalen GCAP-Programm Großbritanniens anschließen oder mit Schweden kooperieren solle. Dies würde die Risiken eines Alleingangs der Bahn vermeiden. Seine Position steht jedoch im Widerspruch zu der des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Gewerkschaft IG Metall und dem aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury, die engere Bindungen zu Großbritannien oder Schweden befürworten.

Bisher hat die Bundesregierung öffentlich nicht auf Enders' Vorschläge zu Drohnen oder internationalen Partnerschaften der Bahn reagiert.

Enders' Warnungen verdeutlichen die finanziellen und strategischen Herausforderungen eines deutschen Eigenbaus der Bahn. Sein Appell, in autonome Systeme und internationale Zusammenarbeit zu investieren, steht im Kontrast zu Industrieverbänden, die auf traditionelle Partnerschaften der Bahn setzen. Die Diskussion über die Zukunft der deutschen Militärluftfahrt bleibt damit weiter ungelöst.

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