Falsches Goethe-Zitat über die öffentliche Meinung geht auf Facebook viral

Theo Bauer
Theo Bauer
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Ein Gemälde eines Mannes in einem schwarzen Anzug und weißem Hemd, der mutmaßlich Stigellius Goethe ist, mit einem ernsten Gesichtsausdruck, dunklem Haar und vor der Brust verschränkten Händen, mit fetter Schrift, die wahrscheinlich sein Werk beschreibt.Theo Bauer

Falsches Goethe-Zitat über die öffentliche Meinung geht auf Facebook viral

Ein weit verbreiteter Ausspruch über die öffentliche Meinung wird fälschlicherweise Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben. Das Zitat, in dem es als die "mächtigste Täuschung" bezeichnet wird, durch die "jeder tyrannisiert" werde, verbreitete sich rasant auf Facebook. Experten bestätigen nun, dass die Worte nicht von ihm stammen.

Der verdächtige Spruch tauchte in einem Facebook-Beitrag mit über 11.700 Teilen auf. Einige Nutzer teilten ihn erneut, um den Einfluss der Medien zu kritisieren. Doch Forscher fanden keine Spur der Formulierung in Goethes Gesamtwerk.

Eine Suche in der Weimarer Ausgabe – die sämtliche Schriften, Briefe und Tagebücher des Dichters enthält – blieb ergebnislos. Yvonne Pietsch, die das Projekt zu Goethes Korrespondenz leitet, bestätigte, dass das Zitat nicht authentisch ist. Auch das Goethe-Wörterbuch, eine umfassende Dokumentation seines Wortschatzes, enthält keinen entsprechenden Eintrag.

Der Zitatforscher Gerald Krieghofer merkte an, dass die Sprache untypisch für Goethes Stil des 18. Jahrhunderts wirkt. Der Satz "Niemand weiß genau, wer sie formt" klingt moderner und stammt wahrscheinlich aus der Prosa des 20. Jahrhunderts. Krieghofers Untersuchungen zufolge sind die Hälfte aller populären Zitate entweder entstellt oder komplett erfunden – soziale Medien beschleunigen ihre Verbreitung zusätzlich.

Goethe bleibt ein häufiges Ziel für falsche Zuschreibungen. Im Internet kursieren weitläufig Bildmakros, die sein Porträt mit erfundenen Aussprüchen kombinieren. Bisher gibt es jedoch keine dokumentierten offiziellen Schritte der Klassik Stiftung Weimar, um gegen solche Falschzuschreibungen vorzugehen.

Die Herkunft des Zitats bleibt unklar, doch Stil und Fehlen in anerkannten Quellen bestätigen, dass es nicht von Goethe stammt. Fact-Checker warnen, dass sich solche Fehlzuordnungen oft durch wiederholtes Teilen verfestigen. Der Fall zeigt, wie leicht sich falsche Behauptungen in digitalen Räumen verbreiten.

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