Bergisch Gladbach startet Bauturbo – doch mit strengen Auflagen der CDU
Theo BauerBergisch Gladbach startet Bauturbo – doch mit strengen Auflagen der CDU
Bergisch Gladbach beschleunigt den Wohnungsbau mit neuen Bundesregelungen, die als Bauturbo bekannt sind. Der Planungsausschuss hat das Schnellverfahren gebilligt, das es Projekten ermöglicht, bestimmte Bauvorschriften zu umgehen. Drei Vorhaben sollen bereits nach den neuen Regelungen vorankommen.
Lokale Politiker haben jedoch strenge Auflagen für die Anwendung festgelegt, um die Kontrolle über das städtische Wachstum zu behalten.
Der Bauturbo erlaubt Wohnbauprojekte selbst dann, wenn sie gegen bestimmte Bestimmungen der Bauordnung oder der Baunutzungsverordnung verstoßen. Voraussetzung ist lediglich, dass sie in die übergeordneten städtischen Entwicklungspläne passen. Bisher haben drei Projekte grünes Licht erhalten: ein Vorhaben, das im Ratsinfosystem gelistet ist, ein Komplex an der unteren Hauptstraße mit Kurzzeitpflege und Zugang zum Zanders-Areal sowie das umstrittene "Strundorfer Monster" (wobei dessen endgültiges Design noch geprüft wird).
Der Ausschuss beschloss zudem, Entscheidungen über historische Stadthäuser auszusetzen, bis ein integriertes Masterplan-Konzept für die gesamte Innenstadt vorliegt. Ein gemeinsamer Antrag von CDU, SPD und Grünen forderte diese Pause – ein seltenes Zeichen der Einigkeit zwischen den Parteien. Die CDU setzte durch, dass die Verwaltung nur kleinere Projekte (bis zu drei Wohneinheiten) eigenständig bearbeiten darf, während größere Vorhaben der Zustimmung des Gremiums bedürfen.
Neben dem Bauturbo besitzt die Stadt ein Vorkaufsrecht für das Wachendorff-Projekt – dieses gilt jedoch nicht bei Zwangsversteigerungen. Drei weitere Vorhaben (Im Bungert, Lüttgen-Areal und ein Seniorenpflegezentrum) könnten bald im Schnellverfahren voranschreiten. CDU, SPD, Grüne, Volt/FWG und AfD unterstützten den Masterplan, während sich die Bürgerpartei der Stimme enthielt.
Der Bauturbo ist nun in Kraft, doch Bergisch Gladbachs Führung hat klare Grenzen für seine Nutzung gesetzt. Drei Pilotprojekte, darunter das "Strundorfer Monster", kommen voran, während andere weitere Prüfungen abwarten müssen. Die Stadt setzt damit auf ein Gleichgewicht zwischen Tempo und Kontrolle, um sicherzustellen, dass der neue Wohnraum in die langfristigen Pläne passt.






