22 March 2026, 10:02

Willicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze: "Kurze Wege statt leere Versprechungen"

Plakat für den American Rescue Plan, um die Kinderarmut in den USA um die Hälfte zu reduzieren, mit Text und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Willicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze: "Kurze Wege statt leere Versprechungen"

Eltern in den nördlichen und nordöstlichen Stadtteilen von Willich fordern besseren Zugang zu örtlichen Kitas, nachdem zwei geplante Betreuungsprojekte gestrichen wurden. Die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" macht auf die Belastung durch lange Fahrten aufmerksam und verlangt nachhaltige Lösungen. Bisher blieben ihre offenen Briefe an Bürgermeister Pakusch jedoch unbeantwortet.

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Die Initiative entstand, nachdem die Stadt den Bau zweier neuer Kitas wegen Haushaltskürzungen und sinkender Anmeldezahlen gestoppt hatte. Familien sehen sich nun mit längeren Wegen zu den bestehenden Einrichtungen konfrontiert, wobei überfüllte Busse und schlechte Verkehrsanbindungen den Alltagsstress zusätzlich verstärken. Die Organisatoren argumentieren, dass kürzere Distanzen die Eltern entlasten und den Kindern mehr Zeit für Betreuung und Lernen ermöglichen würden.

Am 6. März hatten Elternvertreter und der Förderverein der Kita Alperof einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt, in dem sie einen Dialog über den Betreuungsbedarf vorschlugen. Da keine Antwort erfolgte, arbeiten sie nun an einem zweiten Schreiben, um die Angaben der Stadt zu den Fahrzeiten zu hinterfragen. Ihr Ziel sind transparente Daten und konkrete Pläne für wohnortnahe Angebote.

Das einzige verbleibende kommunale Projekt ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, das auch die Kita Alperof umfassen wird. Das mit 20 bis 30 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben wird durch eine Mischfinanzierung aus städtischen Mitteln, Landeszuschüssen, EU-Fördergeldern und Investitionen eines lokalen Immobilienunternehmens getragen. Das Unternehmen übernimmt die Baukosten, stellt das Grundstück zur Verfügung und betreut den Betrieb – im Gegenzug erhält es langfristige Mietverträge sowie Einnahmen aus dem Seniorenwohnbereich und der Kinderbetreuung. Aus Ratsdokumenten der Jahre 2024–2025 gehen diese Vereinbarungen hervor, doch bleiben Fragen zur Transparenz und der finanziellen Rolle der Stadt offen.

Als nächste Schritte plant die Kampagne, auf ein Gespräch mit dem Bürgermeisteramt zu drängen und die Verkehrsanalysen der Stadt zu prüfen. Sollte das Reinershof-Zentrum realisiert werden, könnte es zwar teilweise Entlastung bringen – die Eltern bestehen jedoch auf umfassendere Lösungen. Bis dahin kämpfen die Familien weiter mit täglichen Herausforderungen, ohne klare Antworten von der Kommunalpolitik zu erhalten.

Quelle