Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuch und polarisierendem Programm
Sophia WeberWiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuch und polarisierendem Programm
Die Wiener Festwochen feiern 75. Jubiläum mit mutigem Programm und Besucherrekord
Rund 196.000 Gäste besuchten die diesjährigen Wiener Festwochen – fast zwei Drittel davon strömten zur Eröffnungsveranstaltung auf den Heldenplatz. Das Festival präsentierte unter der künstlerischen Leitung von Milo Rau eine Mischung aus gefeierten Aufführungen und umstrittenen Produktionen.
Rau inszenierte seine Produktion als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ und eine „Weltpremiere“ zum Jubiläum. Sein gesellschaftspolitischer Einfluss reichte weit über die Bühne hinaus und löste mit Bezügen zu Persönlichkeiten wie Peter Thiel oder Braco kontroverse Debatten aus. Sein fünfwöchiges „Republik der Götter“ entwickelte sich zum zentralen Höhepunkt des Programms.
Zu den herausragenden Leistungen zählten Angélica Liddells „Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben“. Auch Patti Smiths „Mythen des Alltags“ und „Pfingstspiel“ hinterließen starken Eindruck. Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ und Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ ernteten begeisterte Zuschauerreaktionen.
Nicht alle Produktionen konnten überzeugen: Susanne Kennedys „Parsifal“ und Nestervals „Nibelungensaga“ wurden als Enttäuschungen gewertet. Das Künstlerkollektiv Gob Squad beschloss das Festival mit „Turn“, einer interaktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Doppelgänger. Trotz der künstlerischen Erfolge sank die Auslastung in Raus Amtszeit von 96 auf 91 Prozent.
Die Festwochen endeten mit einer Mischung aus kritischem Beifall und Diskussionen. Der Besucherrekord unterstrich die anhaltende Popularität – auch wenn einige Inszenierungen hinter den Erwartungen zurückblieben. Milo Rau prägte mit seiner ambitionierten Vision das Festival und hinterließ eine bleibende Spur in der 75. Ausgabe.






