22 April 2026, 04:02

Verbotene Chemikalien in Nivea, Schwarzkopf & Co. – wie gefährliche Kosmetik weiter verkauft wird

Innenansicht eines Kosmetikladens mit verschiedenen Produkten auf Gestellen, Wandbildschirmen, Deckenbeleuchtung, einer Klimaanlage und Glastüren, die eine Person, ein Auto und ein Gebäude draußen zeigen.

Verbotene Chemikalien in Nivea, Schwarzkopf & Co. – wie gefährliche Kosmetik weiter verkauft wird

Beliebte Kosmetikmarken wie Nivea, Schwarzkopf und Schauma verkaufen in der EU weiterhin Produkte mit verbotenen Inhaltsstoffen. Eine Untersuchung zeigte, dass einige Artikel – darunter ein Schwarzkopf-Glitzer-Haargel – noch immer Substanzen enthalten, die bereits vor Jahren verboten wurden. Trotz verschärfter Vorschriften sind diese Produkte online weiterhin leicht erhältlich.

Mitte März wurde in einer Tube des Schwarzkopf-Glitzer-Haargels Lilial (BMHCA) nachgewiesen – ein Duftstoff, der in der EU seit 2020 wegen möglicher Fruchtbarkeitsschäden verboten ist. Das Rechercheportal CORRECTIV erwarb zudem drei weitere verbotene Kosmetikartikel, darunter einen Nivea-Rasierschaum mit demselben Stoff, bei großen Händlern wie Amazon.

Seit 2012 wurden über 4.000 Kosmetikprodukte wegen Gesundheitsrisiken vom EU-Markt genommen. Dennoch zirkulieren viele davon weiterhin im Internet – teils Jahre nach ihrem Verbot. Zu den problematischen Inhaltsstoffen zählen etwa "Ewigkeitschemikalien" (PFAS) und Hydrochinon, ein Hautaufheller, der als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird.

Das Ausmaß des Problems ist enorm: Jeden Tag kommen rund 800 neue Kosmetikprodukte auf den europäischen Markt – zusätzlich zu den bereits verfügbaren 600.000 Artikeln, darunter auch Produkte für Kinder. 2025 prüfte die Europäische Kommission über 1,6 Millionen Websites und identifizierte mehr als 20.000 illegale Angebote, die oft auf Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress verkauft werden.

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Fast 2.000 Substanzen sind in Kosmetika mittlerweile verboten oder eingeschränkt, viele davon waren einst in Haushaltsprodukten weit verbreitet. Doch das EU-Alarmsystem "Safety Gate" erfasst nur einen Bruchteil der gefährlichen Artikel, da Behörden nicht alle Produkte testen können. Eine geplante Verordnung, der "Chemikalien-Omnibus", könnte die Übergangsphase für den Verkauf längst verbotener Produkte sogar verlängern – und damit weitere riskante Waren im Umlauf halten.

Die Untersuchung deckt Lücken in der Durchsetzung auf, die es verbotenen Kosmetikartikeln ermöglichen, im Handel zu bleiben. Angesichts tausender neu eingeführter Produkte täglich stehen die Aufsichtsbehörden vor der Herausforderung, schädliche Substanzen vom Markt fernzuhalten. Die geplante EU-Regelung könnte die Entfernung riskanter Artikel weiter verzögern – und Verbraucher:innen gefährdeten, aber veralteten Inhaltsstoffen aussetzen.

Quelle