30 March 2026, 00:03

Ulrike Guérot verliert Rechtsstreit um Entlassung von der Uni Bonn

Deckblatt eines alten Buches mit dem Titel "Berichte über ausgewählte Fälle in den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue" mit einer offenen Seite, die schwarzen Tintentext zeigt.

Politische Wissenschaftlerin Ulrike Guérot verliert erneut vor Gericht - Ulrike Guérot verliert Rechtsstreit um Entlassung von der Uni Bonn

Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin und scharfe Kritikerin der Regierungspolitik, hat ihren Rechtsstreit gegen ihre Entlassung von der Universität Bonn verloren. Die Entscheidung, die vom Landesarbeitsgericht Köln bestätigt wurde, markiert das vorläufige Ende eines langwierigen Streits um Vorwürfe des Plagiats, ihre Haltung zur COVID-19-Politik und ihre umstrittenen geopolitischen Ansichten. Die einst angesehene Wissenschaftlerin ist längst zu einer polarisierenden Figur geworden – von ihren Anhängern als Verfechterin der Meinungsfreiheit gefeiert, von Kritikern hingegen als Provokateurin abgetan.

Die Universität Bonn hatte Guérot im Februar 2023 zunächst entlassen, nachdem sie in eingereichten Arbeiten Plagiate festgestellt hatte. Die von Guérot eingereichte Klage wurde vom Arbeitsgericht Bonn abgewiesen, das die Vorwürfe bestätigte. Im Mai 2025 bestätigte das Landesarbeitsgericht Köln die Kündigung und verwies dabei nicht nur auf die Plagiatsvorwürfe, sondern auch auf unangemessenes Verhalten während ihres Bewerbungsverfahrens. Seit Januar 2026 liegt ihre letzte Rechtsmittelinstanz – eine Nichtzulassungsbeschwerde – noch beim Bundesarbeitsgericht zur Prüfung vor.

Guérots öffentliches Image hat sich in den letzten Jahren radikal gewandelt. Während der Pandemie sorgte sie mit ihrer scharfen Kritik an den staatlichen Corona-Maßnahmen für Aufsehen. Später entfachte sie mit ihren Forderungen nach sofortigen Friedensverhandlungen in der Ukraine und ihrer Deutung des Konflikts – die von manchen als Umkehr der Täter-Opfer-Rollen kritisiert wird – weitere Kontroversen. Ihre Unterstützer sehen in ihrer Entlassung einen Angriff auf die akademische Freiheit, während Kritiker darin eine notwendige Konsequenz auf Fehlverhalten erkennen.

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Trotz der juristischen Rückschläge ist Guérots Präsenz in der Öffentlichkeit gewachsen. Sie trat im Februar 2026 als Zeugin vor dem Corona-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags auf und ist regelmäßig in medialen Debatten zu Russland, Gaza und geopolitischen Themen zu sehen. Ihr 2020 erschienener Bestseller "Wer schweigt, stimmt zu" festigte ihren Ruf als dissidente Stimme – von manchen gar als "Staatsfeindin" bezeichnet, die sich jeder Cancel Culture widersetze.

Die Gerichtsentscheidungen haben Guérot den Weg zurück an die Universität weitgehend versperrt, auch wenn ihre letzte Beschwerde noch aussteht. Ihre Entlassung spiegelt nicht nur akademische Standards wider, sondern auch die tiefe Spaltung, die ihre Positionen auslösen. Gleichzeitig festigt sie ihre Rolle als öffentliche Intellektuelle und sichert sich so Einfluss weit über die Universitätsmauern hinaus.

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