28 March 2026, 18:03

Thailands Tigertourismus: Zwischen Faszination und Tierleid in Pattaya

Buchumschlag mit einem tiefen Orangefarbenen Tiger, der in hohem Gras steht und von dichtem Grün umgeben ist, mit Bäumen im Hintergrund; Titel "Jagen im Dschungel" und Strichcode unten sichtbar.

Thailands Tigertourismus: Zwischen Faszination und Tierleid in Pattaya

Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch den Tiger Park in Pattaya, wo Reihen von Tigern unter der Sonne liegen. Unter ihnen döst die einjährige Tigerin Nivea auf einer Holzplattform. Doch hinter den Kulissen wachsen die Sorgen um das Wohl dieser Tiere und die verborgenen Kosten von Thailands boomendem Tigertourismus.

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Die Population wild lebender Tiger in Thailand hat sich seit 2010 langsam erholt – etwa 150 bis 200 streifen heute durch geschützte Reservate. Schutzmaßnahmen wie Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen und die Regulierung von Beutetieren haben zum Anstieg der Zahlen beigetragen. Doch in Touristenparks wie dem in Pattaya sieht die Realität der Tiger anders aus.

Besucher dürfen die Tiere streicheln und sich mit ihnen fotografieren, doch Tierschutzorganisationen wie PETA Asien verurteilen die Zustände scharf. Sie werfen den Betreibern vor, Profit stehe über dem Wohl der Tiere. Jungtiere würden oft wiederholt gezüchtet, um neue Attraktionen für Touristen zu liefern – manche landen später im illegalen Handel mit Tigerprodukten. Viele Tiger durchleben bereits im jungen Alter harte Dressurmethoden, um sie gefügig genug für den engen Kontakt mit Menschen zu machen.

Kürzliche Krankheitsausbrüche haben die Risiken zusätzlich offengelegt: Im Norden Thailands starben in zwei Einrichtungen 72 Tiger an Staupe und bakteriellen Infektionen. Gleichzeitig wandelt sich die öffentliche Haltung. Immer mehr Touristen verzichten auf Aktivitäten wie Elefantenritte oder Tiger-Selfies – aus ethischen Bedenken. Eine chinesische Familie, die den Park besuchte, gab zwiespältige Gefühle zu: Der Vater genoss das Erlebnis, bedauerte die Tiere aber dennoch.

Der Kontrast zwischen Thailands sich erholenden Wildtigern und denen in kommerziellen Parks könnte kaum größer sein. Während Artenschutzmaßnahmen in den Reservaten Fortschritte zeigen, hängt das Schicksal der Tiger in Gefangenschaft von sich wandelnden Touristengewohnheiten und strengeren Tierschutzbestimmungen ab. Noch immer lockt das Brüllen eines Tigers in Pattaya die Massen an – doch um welchen Preis für die Tiere selbst?

Quelle