25 March 2026, 12:03

Platonische Küsse unter Freunden: Vom Tabu zur Normalität in der Popkultur

Eine Zeichnung eines Mannes und einer Frau, die sich umarmen und küssen, mit einem Schädel im Hintergrund.

Platonische Küsse unter Freunden: Vom Tabu zur Normalität in der Popkultur

Ein einfacher Kuss auf den Mund unter Freunden ist in der westlichen Popkultur längst keine Seltenheit mehr. Noch vor einigen Jahrzehnten umstritten, sind solche platonischen Zuneigungsbekundungen heute weit verbreitet – ob auf roten Teppichen oder in sozialen Medien. Erst kürzlich sorgten Scarlett Johansson und Jonathan Bailey mit einem Kuss bei einer Veranstaltung zu Jurassic World: Rebirth für Gesprächsstoff und lösten Diskussionen über Freundschaft und öffentliche Zuneigung aus.

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In den 1980er- und 90er-Jahren lösten nicht-sexuelle Küsse zwischen Freunden oft noch Aufsehen aus. Madonnas Kuss mit Britney Spears bei den VMAs 2003 wurde zu einem ikonischen Moment, gefolgt von Katy Perrys ähnlicher Geste mit Spears 2011. Ab den 2010er-Jahren setzte sich der Trend zunehmend durch – nicht zuletzt durch Influencer:innen und Serien wie Euphoria. Prominente wie Taylor Swift und Karlie Kloss, Harry Styles und Nick Jonas oder Billie Eilish mit ihren Freund:innen trugen dazu bei, solche Küsse zu normalisieren. Selbst Pete Davidson und Ariana Grande wurden bereits dabei beobachtet, wie sie enge Vertraute küssten.

Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass Küssen – selbst bei Tieren wie Primaten – als Ritual der Verbundenheit dient und Gefühle von Sicherheit und Zuneigung auslöst. Die Kommunikationsberaterin Judi James betont, dass solche Gesten in Hollywood mittlerweile alltäglich seien. So küsste etwa Cat Deeley ihre beste Freundin Charlie Brear in einem Geburtstagspost scherzhaft und nannte es eine "Gal-Pal"-Tradition. Auch Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna teilten ähnliche Momente mit ihren engsten Freund:innen.

Jonathan Bailey verteidigte kürzlich seinen Kuss mit Scarlett Johansson und erklärte, das Leben sei zu kurz, um Liebe nicht auf vielfältige Weise zu zeigen. Johanssons Ehemann, Colin Jost, winkte humorvoll ab und scherzte, dass Küsse auf dem roten Teppich bald schon erwartet werden könnten. Dieser Wandel spiegelt eine breitere kulturelle Akzeptanz von herzlichen Freundschaften wider – frei von romantischen Untertönen.

Die zunehmende Sichtbarkeit platonischer Küsse deutet auf einen gesellschaftlichen Wandel hin, wie Freundschaft und öffentliche Zuneigungsbekundungen wahrgenommen werden. Was einst als ungewöhnlich galt, wird heute weithin als natürlicher Ausdruck enger Bindungen anerkannt. Für viele sind solche Gesten schlicht ein Zeichen von Vertrauen und Verbundenheit – ohne weitere Bedeutung.

Quelle