Newroz-Fest feiert in Berlin kulturelle Vielfalt und Widerstandstraditionen
Theo BauerNewroz-Fest feiert in Berlin kulturelle Vielfalt und Widerstandstraditionen
Humboldt Forum in Berlin bereitet erste Newroz-Feiern vor – mit Traditionen aus kurdischen, zentralasiatischen und persischen Gemeinschaften
Das Berliner Humboldt Forum richtet erstmals Feierlichkeiten zum Newroz-Fest aus und präsentiert dabei Bräuche kurdischer, zentralasiatischer, usbekischer, iranischer und afghanischer Gemeinschaften. Die von sieben Kulturvereinen organisierte Veranstaltung umfasst Musik, Workshops und Diskussionen. Vom klassischen Konzert bis zum kurdischen Rock soll das Programm die kulturelle Vielfalt des Frühlingsfestes widerspiegeln.
Gleichzeitig widmet sich das Haus der Kulturen der Welt der persischen Kultur und rückt insbesondere Künstlerinnen sowie Irans Geschichte des Widerstands im Zusammenhang mit Newroz in den Fokus. Beide Häuser erkunden, wie das uralte Fest trotz politischer Herausforderungen in vielen Regionen bis heute lebendig bleibt.
Newroz – auch bekannt als Nowruz oder Navroz – markiert das persische Neujahr und den Frühlingsbeginn. Es wird in über zwölf Ländern gefeiert, darunter Afghanistan, Iran, Aserbaidschan, Tadschikistan sowie in Teilen des Irak und der Türkei. In Ländern wie Afghanistan und Iran, wo mehr als 98 Prozent der Bevölkerung das Fest begehen, sah es sich historisch mit Unterdrückung konfrontiert, da seine zoroastrischen Wurzeln von einigen islamischen Autoritäten einst als "heidnisch" abgelehnt wurden.
Doch die Traditionen halten sich trotz Restriktionen. Im Iran springen die Menschen etwa weiterhin über Feuer, um den Frühling symbolisch zu begrüßen. Die Kuratorin des Hauses der Kulturen der Welt, Ava Irandoost, lenkt den Blick auf diese Akte kultureller Widerstandsfähigkeit – besonders durch die Werke iranischer Künstlerinnen.
Das Humboldt Forum verbindet Bildung und Unterhaltung: Besucher können Drachen bauen, Eier bemalen oder traditionelle Tänze erlernen. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: iranische und afghanische Perspektiven" untersucht die Rolle des Festes in Zeiten der Not. Live-Auftritte reichen von klassischen Stücken bis zu kurdischem Rock und sprechen so ein breites Publikum an.
Die Berliner Veranstaltungen verbinden Musik, Kunst und Dialog, um die tiefen kulturellen Wurzeln von Newroz zu ehren. Gleichzeitig zeigen sie, wie das Fest für Millionen Menschen ein Identitätssymbol bleibt – selbst in Regionen, in denen es politisch umstritten ist. Sowohl das Humboldt Forum als auch das Haus der Kulturen der Welt bieten am 16. und 17. März kostenlose Aktivitäten an und laden die Öffentlichkeit ein, die Traditionen hautnah zu erleben.






