Mainzer Gefängnis wird zum Verwaltungszentrum – ein radikaler Wandel der Geschichte

Admin User
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Eine zentrale Struktur mit einer Uhr und einem großen Gebäude rechts.

Mainzer Gefängnis wird zum Verwaltungszentrum – ein radikaler Wandel der Geschichte

Vom berüchtigten Gefängnis zum modernen Verwaltungszentrum: Die Wandlung des Mainzer Justizvollzugs

Das Mainzer Gefängnis, einst ein gefürchtetes Untersuchungshaftzentrum zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hat einen radikalen Wandel durchlaufen. Die Anlage, in der bis zu ihrer Schließung 2002 aktuelle nachrichten berüchtigte Verbrecher inhaftiert waren, dient heute als modernes Verwaltungszentrum der Landesregierung von Rheinland-Pfalz. Auch das benachbarte Gelände des ehemaligen Bahnhofplatzes hat sich verändert: Wo einst historische Wahrzeichen standen, prägen heute Hotels und Restaurants das Bild.

Erbaut in den frühen 1900er-Jahren, galt das Mainzer Gefängnis wegen seiner harten Haftbedingungen als gefürchtet. Die Zellen maßen lediglich acht Quadratmeter, die Fenster waren so hoch angebracht, dass die Insassen keinen Blick nach draußen hatten. Über die Jahrzehnte hinweg waren hier rund 300 Häftlinge untergebracht, darunter der "Wormser Hammer-Mörder" und ein ehemaliges Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF). 2002 verlegte man den Betrieb in die neu gebaute Justizvollzugsanstalt Rohrbach bei Wöllstein – damit endete die Nutzung als Gefängnis.

Das leerstehende Gebäude wurde 2009 grundsaniert und als Verwaltungskomplex neu genutzt. Heute beherbergt es die Büros der Präsidentin des Rheinland-Pfälzischen Landtags sowie die Verwaltung des Landtags. Als Mahnmal der Vergangenheit blieb eine historische Zelle im Isenburg-Karree erhalten. Gleichzeitig hat sich auch das Umfeld gewandelt: Noch in den frühen 1990er-Jahren prägten das Central Hotel Eden und ein Babyland-Fachmarkt – später um 1992/93 in BabyOne umbenannt – den Bahnhofplatz. Sowohl das Hotel als auch das benachbarte Restaurant "Adam und Eden" wurden schließlich abgerissen. An ihrer Stelle entstand das AC Hotel by Marriott, das die moderne Umgestaltung des Viertels abrundet.

Das ehemalige Gefängnis und das Bahnhofplatz-Gelände stehen symbolisch für den Wandel Mainzer Geschichte – vom Ort der Strafjustiz hin zu moderner Verwaltung und Gastfreundschaft. Die erhaltene Gefängniszelle und die neuen Bauten bilden eine sichtbare Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Fläche dient heute in völlig neuer Form öffentlichen und kommerziellen Zwecken.