05 April 2026, 02:03

Lehrerausbildung und KI in Schulen: Reformdruck wächst – doch wer trägt die Verantwortung?

Whiteboard mit der Aufschrift "Lernen Ernst nehmen" und begleitenden Zeichnungen von Menschen, Papieren und anderen Gegenständen.

Lehrerausbildung und KI in Schulen: Reformdruck wächst – doch wer trägt die Verantwortung?

Forderungen nach Reformen in der Lehrerausbildung und im Schulsystem werden in Deutschland immer lauter. Studierende in Lehramtsstudiengängen berichten, sie fühlten sich durch den zu theorielastigen Lehrplan schlecht auf die realen Herausforderungen im Klassenzimmer vorbereitet. Gleichzeitig hat der Vorschlag, KI in Schulen zu integrieren, eine Debatte über Verantwortlichkeiten, Kosten und Datenschutz ausgelöst.

Gleichzeitig gibt es wachsende Sorgen über sinkende Quoten in der Fachkraftausbildung für Kindergärten – Bayern verzeichnet hier die niedrigsten Werte im gesamten Land.

Lehramtsstudierende kritisieren ihre Ausbildungsprogramme als zu praxisfern und zu stark auf Theorie ausgerichtet. Viele fühlen sich nicht ausreichend gerüstet, um den Schulalltag nach ihrem Berufseinstieg zu meistern. Der Bundeselternrat erhöht den Druck und fordert eine grundlegende Modernisierung veralteter Schulstrukturen.

Ein neuer Vorschlag sieht vor, an jeder Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzuführen. Diese Person soll als Schnittstelle zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern fungieren und die Grundlagen, Chancen und Risiken von KI datenschutzkonform vermitteln. Zu den Aufgaben gehörten die Konzeption schulinterner Fortbildungen, die Planung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten, die Erprobung alternativer Prüfungsformate sowie die Organisation von Informationsveranstaltungen. Die KI-Beauftragten sollten dreimal wöchentlich je drei Stunden nach Schulschluss arbeiten und zusätzlich eine halbe Stunde Entlastung pro Woche bieten.

Der Vorschlag empfiehlt zudem, große Sprachmodelle (LLMs) für die selbstgesteuerte Unterstützung von Lehrkräften zu nutzen, statt auf ein staatlich bereitgestelltes KI-Tool zu setzen. Würde der Staat ein solches Werkzeug bereitstellen, läge die Verantwortung für den Datenschutz sowie die Kostenübernahme bei ihm. Kritiker monieren jedoch, dass der aktuelle Plan diese Lasten auf die einzelnen Lehrkräfte abwälzt.

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Unabhängig davon zeigen aktuelle Zahlen einen Rückgang der Ausbildungsplätze für Fachkräfte in Kindergärten bundesweit. Bayern sticht dabei mit der niedrigsten Quote hervor, ohne dass bisher offizielle Stellungnahmen oder Gegenmaßnahmen der Landesregierung dokumentiert wären.

Die Forderung nach KI-Beauftragten in Schulen zielt zwar auf eine Modernisierung des Bildungssystems ab, wirft aber Fragen nach Arbeitsbelastung und Verantwortung auf. Sowohl die Reform der Lehrerausbildung als auch die Fachkraftquoten in der Kinderbetreuung bleiben ungelöste Baustellen. Ohne konkrete Schritte könnten die Lücken in der praxisnahen Vorbereitung und der Personalmangel in Schulen und Kitas weiter bestehen.

Quelle