19 April 2026, 02:03

Kriminalstatistik 2024: Warum die Tatverdächtigenzahlen bei Migranten deutlich höher liegen

Gruppe von Menschen, die eine Fahne mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" tragen, vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnenmästen.

Kriminalstatistik 2024: Warum die Tatverdächtigenzahlen bei Migranten deutlich höher liegen

Neue Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2024 verdeutlichen deutliche Unterschiede bei der Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) zwischen verschiedenen Nationalitäten. Dieser Wert, der die Anzahl der ermittelten tatverdächtigen Einwohner im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung setzt, liegt bei einigen ausländischen Staatsbürgern deutlich höher als bei Deutschen. Kritiker warnen jedoch vor einer vereinfachenden Interpretation der Daten.

Die TVBZ wird berechnet, indem die Zahl der tatverdächtigen Einwohner ab acht Jahren mit 100.000 multipliziert und durch die Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe geteilt wird. Bei Gewaltdelikten liegt der Wert für deutsche Staatsbürger bei 163. Demgegenüber verzeichnen Marokkaner 1.885, Syrer 1.740, Afghanen 1.722 und Iraker 1.606. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei anderen schweren Straftaten wie Mord, Raub und Vergewaltigung.

Saisonarbeiter oder Studierende, die sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten, fließen nicht in die Berechnung ein, was die Aussagekraft der Zahlen beeinflussen könnte. Das Innenministerium verweist zudem auf die besonderen Risikolagen von Asylsuchenden – etwa Armut und unsichere Zukunftsperspektiven – als wichtigen Kontext für die Statistik.

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Ein entscheidender Faktor ist das Alter: Jugendliche (14–18 Jahre) und junge Erwachsene (18–21 Jahre) weisen die höchsten Belastungszahlen auf, während die Werte ab 21 Jahren deutlich sinken. Gleichzeitig gibt es Bedenken zur Nutzung der Daten. Der ARD-Journalist Georg Restle hinterfragte in seiner Dokumentation "Eine Nation in Angst: Wie Kriminalität politisiert wird", ob Kriminalstatistiken das Verhalten von Menschen mit Migrationshintergrund fair abbilden können. Auch der SPD-Pressesprecher für Nordrhein-Westfalen warnte vor einer "medialen Verzerrung" bei der Interpretation der Zahlen.

Die PKS 2024 bestätigt anhaltende Disparitäten bei den Tatverdächtigenquoten, insbesondere bei bestimmten ausländischen Nationalitäten. Zwar bieten die Daten einen Einblick in Kriminalitätstrends, doch betonen Behörden und Experten, dass soziale und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt werden müssen. Die Debatte über die richtige Deutung – und mögliche Instrumentalisierung – der Statistik bleibt weiterhin aktuell.

Quelle