Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Sophia WeberEhemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen – scharfe Kritik an Plänen
Der Kölner Dom könnte bald Besuchern eine Eintrittsgebühr berechnen, ein Vorhaben, das auf heftige Kritik stößt. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Wahrzeichens, warnte, dass ein solcher Schritt den offenen und sakralen Charakter der Kathedrale verändern könnte. Die historische Stätte, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich sechs Millionen Menschen an.
Die für den Dom verantwortlichen Stellen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Schock-Werner argumentierte, dass ein Eintrittsgeld das Gebäude eher zu einem Museum als zu einem Ort der Andacht machen würde. Sie betonte, dass für viele Köln nahezu gleichbedeutend mit seinem ikonischen Dom sei.
Zudem hob Schock-Werner die Rolle der Kathedrale als "missionarisches Angebot der Kirche" hervor, das mit seinen prächtigen Räumen alle willkommen heißen solle. Sie warnte, dass Gebühren den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken und damit den inklusiven Auftrag des Doms untergraben könnten. Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Finanzmittel nötig seien, doch bestehe sie darauf, dass eine Eintrittsgebühr Besucher abschrecken und die spirituelle Bedeutung der Kathedrale schwächen würde.
Die öffentliche Reaktion auf Eintrittsgelder an deutschen religiösen Stätten war in den vergangenen Jahren gespalten. Proteste, darunter eine Petition 2023 gegen Gebühren für den Kölner Dom, kritisierten den Schritt als Kommerzialisierung. Umfragen aus dem Jahr 2024 zeigen jedoch eine wachsende Unterstützung für Eintrittsgelder, sofern diese dem Erhalt historischer Bauwerke dienen – insbesondere angesichts steigender Besucherzahlen.
Die Debatte um Eintrittsgelder spiegelt die grundsätzliche Spannung zwischen Denkmalschutz und Zugänglichkeit wider. Sollte die Gebühr eingeführt werden, könnte sie das Erlebnis von Millionen Besuchern in einem der berühmtesten Wahrzeichen des Katholizismus prägen. Die Zukunft des Doms als freier, offener Raum steht nun auf dem Spiel.