KitschKrieg dekonstruiert "Made in Germany" mit globalem Sound und ironischer Ästhetik
Charlotte WagnerKitschKrieg dekonstruiert "Made in Germany" mit globalem Sound und ironischer Ästhetik
Das Berliner Kollektiv KitschKrieg sorgt mit seiner einzigartigen Interpretation deutscher Popkultur für Aufsehen. Ihre Musik und Ästhetik spielen spielerisch mit dem „Made in Germany“-Image und verbinden es mit globalen Einflüssen. Mit ihren jüngsten Werken stellt die Gruppe weiterhin gängige Vorstellungen von deutscher Identität in der Musik infrage.
Der Sound von KitschKrieg speist sich aus jamaikanischen Rhythmen, afrikanischen Clubbeats und internationalem Nischenrap – weit entfernt vom klassischen deutschen Pop. Selbst ihre beiden letzten Alben unter dem Titel German Engineering entstanden in Zusammenarbeit mit Künstlern aus aller Welt.
Ihre Tracks fließen nahtlos ineinander, wie Kapitel eines Hörbuchs, mit Fokus auf Präzision und Kontinuität. Oft erinnert ihre Musik an Paul Kalkbrenners minimalistischen, schlichten Stil. Samples aus deutschen Exportschlagern wie Blümchen oder Kraftwerk sind eingewoben und verleihen ihrem Werk eine ironische Note.
Zum Trio gehört Baran Kok, dessen deutscher Rap über Rave-Dealer ihren Alben eine weitere Facette verleiht. Awhodat prägt das visuelle Erscheinungsbild der Gruppe und schafft ihre schlichte, schwarz-weiße Ästhetik. Für sie ist „Made in Germany“ weniger ein Herkunftssiegel als vielmehr ein Meme – ein Augenzwinkern zum Klischee, das sie gerne auf die Spitze treiben.
Der internationale Hype um ihr Album Gut Genug zeigt, wie Streaming die Popmusik über Grenzen hinweg trägt. Ihre globalen Kooperationen und vielfältigen Einflüsse spiegeln diesen Wandel wider. KitschKriegs Ansatz verwandelt ein lokales Label in einen weltweiten Dialog.
