Jubiläumswettbewerb für Operette und Musical feiert Vielfalt und Überraschungen
Sophia WeberJubiläumswettbewerb für Operette und Musical feiert Vielfalt und Überraschungen
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musical-Künstler zieht in diesem Jahr große Aufmerksamkeit auf sich
In diesem Jahr stieß der 10. Internationale Wettbewerb für junge Operetten- und Musical-Künstler auf breites Interesse. Über hundert Bewerber aus Russland, Belarus und Usbekistan nahmen an dem Jubiläumsereignis teil. Zum ersten Mal in der 20-jährigen Geschichte des Wettbewerbs zählten auch Studierende klassischer Musikakademien zu den Preisträgern.
Trendwende bei den Genres In diesem Jahr zeigte sich ein Wandel in den Vorlieben: Operettenbeiträge überflügelten leicht die Musicals – mit 56 gegenüber 50 Aufführungen. Eine Umkehrung der bisherigen Tendenz. Maxim Isaakowitsch, langjähriges Jurymitglied, verwies darauf, dass Musicals in früheren Ausgaben oft die Operette in den Schatten gestellt hätten. Er betonte die klassischen Wurzeln des Genres und plädierte für eine Modernisierung, die auch kreative Adaptionen zulässt – etwa Heldinnen mit Gewehren oder in Cowboy-Kostümen.
Kein Grand Prix – aber viele Auszeichnungen Ein Grand Prix wurde in diesem Jahr nicht vergeben – eine Entscheidung, die der Tradition des Wettbewerbs entspricht: Bisher wurde diese höchste Auszeichnung nur einmal, im Jahr 2006, verliehen. Stattdessen vergab die Jury eine ungewöhnlich hohe Zahl an Preisen, darunter Sonderauszeichnungen, benannte Ehrungen und einen Preis für das "Erfolgreiche Debüt". Georgi Isaakjan, ein weiteres Jurymitglied, lobte die Operetten-Darbietungen als "wahre Offenbarungen" und zeigte sich optimistisch für die Zukunft des Genres dank des jungen Talents.
Herausforderung für die Jury Isaakowitsch wies zudem auf die Schwierigkeit hin, ein so großes Teilnehmerfeld zu bewerten. Nicht jeder Auftritt könne gleichermaßen herausragend sein, erklärte er – daher habe die Jury besonders genau hinhören müssen, um die vielversprechendsten Künstler zu identifizieren. Der Wettbewerb markierte einen seltenen Moment, in dem sich traditionell klassisch ausgebildete Musiker in einem für leichtere, theatralische Formen bekannten Wettbewerb auszeichneten.
Vielfalt und Kreativität im Jubiläumsjahr Die Anniversary-Ausgabe endete mit einer breiteren Würdigung des Talents als in den Vorjahren. Die Operette holte gegenüber den Musicals etwas auf, und die Entscheidungen der Jury spiegelten sowohl die Vielfalt als auch die Kreativität der Teilnehmer wider. Die Zukunft des Wettbewerbs bleibt gesichert – mit neuem Fokus auf den Platz der Operette im modernen Theater.






