Duisburgs "Innovation Lab": Luxus-Polizei-Hightech für 4,66 Millionen Euro
Charlotte WagnerDuisburgs "Innovation Lab": Luxus-Polizei-Hightech für 4,66 Millionen Euro
Duisburgs neues "Innovation Lab" ist eine der ungewöhnlichsten Polizeieinrichtungen Deutschlands
Im Inneren des Labors treffen Hightech-Geräte auf luxuriöse Extras – von einer Kaffeemaschine in Barista-Qualität bis hin zu einem Heimkino für forensische Schulungen. Doch die Kosten des Projekts sind weit über den ursprünglichen Haushaltsrahmen explodiert und werfen Fragen zur Planung auf.
Ursprünglich war das Labor mit geschätzten 250.000 Euro veranschlagt worden. Bei Fertigstellung belief sich die Endabrechnung jedoch auf 4,66 Millionen Euro. Das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) räumte später ein, dass während der Planungsphase keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt worden war.
Im Inneren beeindruckt die Zentrale mit einem auffälligen Design, inspiriert vom legendären Bernsteinzimmer. Eine Kaffeemaschine mit 100 individuellen Einstellungen serviert Getränke in professioneller Barista-Qualität. Gleich daneben ermöglicht ein Heimkino dem Technikteam, forensische Methoden zu verfeinern.
Doch nicht alle Bereiche entsprechen dem Hightech-Anspruch. Ein Überwachungsstandort wirkt vernachlässigt – mit einem kaputten Fernseher und keiner Spur von moderner Ausrüstung. Unterdessen ist ein Roboterhund namens Spot dauerhaft im Außeneinsatz und soll belastendes Material vernichten.
Nach einer Besichtigung bot die Behörde für die Rückfahrt zum Revier einen Stretch-Limousinen-Service an. Stattdessen endete der Besuch mit einer Taxifahrt.
Falls sich das Labor bewährt, plant Hauptkommissar Klaus Brandner, das Konzept auf Polizeistationen in ganz Nordrhein-Westfalen auszuweiten. Die Zukunft des Projekts hängt nun davon ab, ob sich die hohen Investitionen in messbare Erfolge für die Strafverfolgung umsetzen lassen.






