Deutz AG kämpft um Überleben in der Agrartechnik-Krise
Deutz AG steht vor schweren finanziellen Herausforderungen
Der Kölner Motorenhersteller Deutz AG kämpft mit massiven finanziellen Problemen, da die Nachfrage nach Baumaschinen und Agrartechnik stark einbricht. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für 2024 auf rund 1,8 Milliarden Euro nach unten korrigiert – deutlich weniger als die zuvor erwarteten 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro. Um die Krise zu bewältigen, wurde ein Sparprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro aufgelegt. An der Spitze der finanziellen Neuausrichtung steht seit Kurzem Oliver Neu als neuer Finanzvorstand.
Die Schwierigkeiten von Deutz spiegeln den globalen Nachfrageeinbruch bei Baumaschinen und Agrartechnik wider. Zwar verzeichnete Bucher Industries für 2025 einen Anstieg der Auftragseingänge um 10 Prozent – getrieben durch Hydrauliklösungen, günstige Wetterbedingungen sowie hohe Milch- und Fleischpreise –, doch der Gesamtmarkt für Agrartechnik bleibt schwach. Besonders in Brasilien führen stark gestiegene Zinsen zu verzögerten Investitionen.
Deutz reagiert mit sofortigen Kostensenkungsmaßnahmen: Allein im vierten Quartal dieses Jahres sollen 20 Millionen Euro eingespart werden. Das umfassendere Sparpaket von 50 Millionen Euro, das bis Ende 2026 vollständig umgesetzt werden soll, umfasst Produktionskürzungen, Verwaltungsabbau, Stellenstreichungen und zurückgestufte Investitionen in die "New Technology"-Sparte.
Oliver Neu, der am 1. Oktober den Posten des Finanzchefs übernahm, steht vor der Aufgabe, das Unternehmen durch diese unsichere Phase zu steuern. Seine Priorität liegt auf der Wiederherstellung der Profitabilität. Doch die ehrgeizige "Dual+"-Strategie – die bis 2030 einen Umsatz von 4 Milliarden Euro und eine EBIT-Marge von 10 Prozent vorsieht – wirkt angesichts der aktuellen Marktlage zunehmend unrealistisch.
Die nach unten korrigierte Umsatzprognose und das radikale Sparprogramm unterstreichen die Schwere der Krise in den Schlüsselmärkten. Mit bereits laufenden Produktionskürzungen, Personalabbau und Budgetkürzungen arbeitet Deutz daran, die Finanzen zu stabilisieren. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Unternehmen in einer anhaltend schwachen Marktphase zu retten, wird sich zeigen.






