Dagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt im deutschen Schlager-Fernsehen
Sophia WeberDagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt im deutschen Schlager-Fernsehen
Dagmar Frederic, eine Schlager-Legende mit über 60 Jahren Bühnenerfahrung, hat sich nun zur mangelnden Vielfalt in deutschen Musik-TV-Formaten geäußert. Die für ihren scharfen Witz und ihre lange Karriere bekannte Künstlerin kritisierte kürzlich die Produzenten, die immer wieder dieselben Stars einladen, statt die Gästelisten aufzufrischen.
Bereits 2018 hatte Frederic Bedenken geäußert und klargestellt, dass sie kein Interesse daran habe, sich "anzubiedern", um Auftritte zu ergattern. Trotz der Prominenz von Sendungen wie denen von Andrea Kiewel oder Florian Silbereisen war sie dort nie zu Gast. Stattdessen machte sie die Redaktionen – nicht die Moderatoren – für die vorhersehbaren Besetzungen verantwortlich.
Vier der größten Schlager-Formate Deutschlands setzen seit Jahren auf dieselben Künstler."Immer wieder sonntags" (ARD/SWR), "ZDF-Fernsehgarten", "Schlagerboom" und "Die Schlagerchampions" lassen regelmäßig dieselben Gesichter auftreten. Besonders "Immer wieder sonntags", das seit 2005 aus dem Europa-Park gesendet wird, ist für diese Praxis bekannt – verstärkt durch das Sommerprogramm und die mediale Aufmerksamkeit.
Trotz ihrer Kritik bleibt Frederic aktiv und steht bis zu 60 Mal im Jahr auf der Bühne. Ihr Repertoire umfasst Schlager-Klassiker, Musical- und Chanson-Nummer, finanziert durch eine bescheidene Rente. Kürzlich sorgte sie zudem mit einer scherzhaften Bemerkung über ihren Ehemann für Schlagzeilen.
Die Moderatoren wie Silbereisen oder Giovanni Zarrella verteidigte sie und betonte, dass diese sich an die Vorgaben der Produzenten halten müssten. Ihre Haltung spiegelt eine größere Unzufriedenheit mit der Branche wider, die sich scheut, neues Talent zu fördern.
Frederics Aussagen unterstreichen ein langjähriges Muster im deutschen Schlager-Fernsehen: Die Formate setzen auf bewährte Namen, während Künstler wie sie – trotz voller Terminkalender – selten eingeladen werden. Ihre sechs Jahrzehnte umspannende Karriere steht damit im Kontrast zur Branchenpraxis, die Wiederholung über Erneuerung stellt.






