CDU fordert Solinger Debatte über digitale Souveränität und Open-Source-Software
Charlotte WagnerCDU fordert Solinger Debatte über digitale Souveränität und Open-Source-Software
Die CDU-Fraktion im Solinger Stadtrat drängt auf eine Debatte über digitale Souveränität innerhalb der Stadtverwaltung. Die Partei möchte prüfen, wie ein Umstieg auf Open-Source-Software die Abhängigkeit von großen internationalen Anbietern verringern und die Systemkompatibilität verbessern könnte.
Dazu wurde eine offizielle Anfrage eingereicht, um den aktuellen Einsatz proprietärer Software in Solingen zu bewerten. Die Fraktion fordert eine vollständige Liste aller in der Verwaltung und ihren städtischen Unternehmen genutzten Programme. Zudem werden Details zu Kosten, Lizenzmodellen sowie dem Anteil von Software-as-a-Service, Abo-Modellen und zeitlich befristeten Lizenzen angefordert.
Die CDU verweist auf wachsende bundesweite Bedenken hinsichtlich der Vorherrschaft weniger globaler Softwarekonzerne in der öffentlichen Verwaltung. Als positive Beispiele werden Schleswig-Holstein und München genannt, wo Open-Source-Alternativen erfolgreich eingeführt wurden. Die Anfrage fragt zudem ab, ob die Stadt eine schrittweise Umstellung auf Open-Source-Lösungen unterstützt.
Laut Berichten zahlte der Bund im Jahr 2025 allein für Microsoft-Lizenzen rund 500 Millionen Euro – eine Zahl, die das finanzielle Ausmaß der Abhängigkeit von proprietären Systemen unterstreicht.
Ziel der Initiative ist es, die Haltung der Verwaltung zu Open-Source-Software zu klären und eine mögliche Roadmap für Veränderungen zu erarbeiten. Die Debatte könnte prägend dafür sein, wie Solingen seine digitale Infrastruktur künftig gestaltet.
