Bürgergemeinschaft lehnt Solingens Mobilitätskonzept wegen gravierender Mängel ab
Moritz WernerBürgergemeinschaft lehnt Solingens Mobilitätskonzept wegen gravierender Mängel ab
Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) hat das Integrierte Mobilitätskonzept der Stadt in seiner aktuellen Fassung abgelehnt. Die Gruppe nannte mehrere ungelöste Probleme, darunter Defizite bei Hauptverkehrsachsen sowie Konflikte zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern. Trotz der Ablehnung bekräftigte die BfS ihre Bereitschaft, an künftigen Mobilitätslösungen mitzuwirken – stets mit Fokus auf die Bedürfnisse der Anwohner.
Ein zentraler Kritikpunkt der BfS betraf die mangelnde Praxisnähe des Konzepts. Die Gruppe verwies darauf, dass politische Verzögerungen – insbesondere bei der Umgestaltung des Knotenpunkts Bonner Straße – dazu geführt hätten, dass der Plan den tatsächlichen Verkehrsanforderungen nicht mehr gerecht werde. Zudem kritisierten sie, dass die bloße Ausweisung von Straßen als Hauptverkehrsrouten nichts zur Entlastung des lokalen Verkehrs beitrage – und damit das eigentliche Ziel eines Verkehrsentlastungskonzepts für Aufderhöhe untergrabe.
Besonders problematisch sieht die BfS Straßen, auf denen sich (elektro-)motorisierter Verkehr und Radfahrer:innen den Raum teilen müssen, etwa die Merscheider Straße und die Beethovenstraße. Zwar schlug die Gruppe Lösungen vor, um diese Verkehrsströme zu trennen – ohne dabei den ÖPNV zu beeinträchtigen oder Parkflächen zu streichen –, doch lehnte sie Maßnahmen entschieden ab, die in private Garagenrechte eingreifen. Diese Haltung war eine Reaktion auf einen Vorschlag der Grünen, die Nutzung von Garagen zu überprüfen, um Straßenparkplätze freizumachen.
Die Ablehnung konzentriert sich auf drei zentrale Problemfelder: die Klassifizierung der Hauptverkehrsrouten, die Handhabung der Viehbachtalstraße sowie Straßen mit konfligierenden Verkehrsströmen. Trotz dieser Vorbehalte will die BfS das bestehende Konzept als Grundlage für weitere Gespräche nutzen. Ihr Ziel bleibt, Mobilitätspolitik zu entwickeln, die praxistauglich ist und die Bürgerbeteiligung stärkt.
Mit der Ablehnung des Integrierten Mobilitätskonzepts steht Solingens Verkehrsplanung an einem Scheideweg. Die BfS signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft – jedoch nur, wenn die überarbeitete Fassung die benannten Schwächen behebt. Bis dahin muss die Stadt den Plan überarbeiten, um ihn stärker an technische Anforderungen und die Alltagserfahrungen der Bürger:innen anzupassen.






