30 March 2026, 16:02

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Jubel und Proteste aus

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Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Jubel und Proteste aus

Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebkos Rückkehr sorgt für Jubel und Proteste

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Die Berliner Staatsoper hat eine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera uraufgeführt, mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Premiere wurde sowohl mit begeistertem Applaus für die Darstellung als auch mit Protesten vor dem Opernhaus begleitet. Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen die in Russland geborene Sängerin.

Die Aufführung war Teil des Festprogramms der Staatsoper, wobei Netrebko die Rolle der Amelia übernahm. Regisseur Rafael R. Villalobos verlieh der Produktion eine moderne Note, indem er Elemente der queeren Ballroom-Kultur und Bezüge zur AIDS-Krise einwebte. Die künstlerische Leistung wurde sowohl vom Ensemble als auch vom Orchester mit großem Beifall bedacht.

Draußen versammelten sich die Protestierenden mit Plakaten und Rufen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Netrebko steht seit Jahren wegen ihrer angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin und ihrer Weigerung, die Invasion in der Ukraine eindeutig zu verurteilen, in der Kritik. Westliche Medien und Politiker stellen sie oft als Symbol russischer Kulturpropaganda dar, was zu Boykottaufrufen und Vertragskündigungen führte – etwa ihrer Entlassung von der Wiener Staatsoper.

Trotz der anhaltenden Vorwürfe gelingen Netrebko vereinzelte Comebacks, so auch dieser Auftritt in Berlin. Intendantin Elisabeth Sobotka verteidigte die Entscheidung und verwies darauf, dass sich die Sängerin öffentlich von Russland distanziert habe und seit 2022 nicht dorthin zurückgekehrt sei. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war bereits früher in Berlin aufgetreten, doch diese Produktion markierte ihre erste große Rückkehr auf eine bedeutende europäische Bühne seit Jahren.

Die Premiere spiegelte die anhaltende Spaltung wider, die Netrebkos Karriere und politische Einstellungen begleiten. Während das Publikum im Opernhaus die Vorstellung warmherzig aufnahm, unterstrichen die Proteste draußen die fortbestehenden Kontroversen. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, zeigt eine vorsichtige Wiederannäherung an eine Künstlerin, deren Ruf nach wie vor tief polarisiert.

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