Abschiebeflug aus Düsseldorf: 50 Menschen in den Irak – darunter sieben Jesiden
Moritz WernerAbschiebeflug nach Bagdad - NRW fordert Schutz für Yazidis - Abschiebeflug aus Düsseldorf: 50 Menschen in den Irak – darunter sieben Jesiden
Am Dienstag startete von Düsseldorf aus ein Abschiebeflug in den Irak. An Bord befanden sich 50 Menschen, die abgeschoben werden sollten, darunter sieben Jesiden. Das Flugzeug hatte Bagdad als Ziel – der jüngste einer Reihe solcher Flüge in diesem Jahr.
2024 hat Deutschland bereits mehrere Abschiebungen in den Irak durchgeführt, zuletzt im Februar und Juli. Von den 50 Passagieren an Bord stammten 41 aus Nordrhein-Westfalen (NRW), darunter 26 als Straftäter eingestufte Personen. Die übrigen neun kamen aus anderen Bundesländern oder EU-Staaten.
Die Landesregierung von NRW betont, den Fokus auf die Abschiebung von gefährlichen Straftätern und verurteilten Kriminellen zu legen. Gleichzeitig fordert das Ministerium die Bundesregierung seit Langem auf, ein generelles Abschiebeverbot für Jesiden einzuführen oder ihnen eine sichere Aufenthaltsperspektive zu bieten. Bis Juni 2024 galt in NRW ein eigenes temporäres Abschiebeverbot für jesidische Frauen und Mädchen.
2023 hatte der Deutsche Bundestag die Gräueltaten des IS an der jesidischen Gemeinschaft offiziell als Völkermord anerkannt. Dennoch wurden 2024 vor diesem Flug keine Jesiden aus Deutschland in den Irak abgeschoben – aufgrund der anerkannten Verfolgungsgefahr und des Schutzbedarfs dieser Gruppe.
Der Flug erfolgte trotz anhaltender Debatten über die Sicherheit von rückkehrenden Jesiden. Die NRW-Regierung drängt weiterhin auf bundesweite Lösungen für Aufenthaltsrechte dieser Gruppe. Parallel bleiben Abschiebungen anderer Personengruppen, insbesondere von Vorbestraften, vorrangig.






