Willich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Kita-Gebühren sorgen für Streit
Sophia WeberWillich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Kita-Gebühren sorgen für Streit
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen stimmten einstimmig zu. Der neue Finanzplan tritt im Juli rechtlich in Kraft. Doch die Debatten über Kita-Gebühren und Wohnungspolitik zeigten, dass die Spannungen zwischen Parteien und Eltern weiterhin bestehen.
Die Verabschiedung des Haushalts erfolgte zügig, nachdem sich jede Fraktion auf fünfminütige Wortbeiträge beschränkt hatte. Trotz des reibungslosen Abstimmungsverlaufs kamen bei zentralen Themen Differenzen zum Vorschein. Der Rat erhöhte die jährliche Anpassung der Kita-Gebühren von zwei auf drei Prozent und machte die Erhöhung dauerhaft. Diese Entscheidung löste bei Eltern Unmut aus, die befürchten, dass die höheren Kosten die Haushaltsbudgets zusätzlich belasten.
Der Jugendhilfeausschuss lehnte zwei Anträge ab: einen zur Einführung von Geschwistergebühren und einen weiteren zur weiteren Erhöhung der Kostenanpassungen. Stattdessen hielt der Rat an seiner bisherigen Linie fest, in Kindergärten keine ermäßigten Geschwistergebühren zu erheben.
Die politischen Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Die Grünen unterstützten den Haushalt, warnten jedoch vor einer chronischen Unterfinanzierung und forderten strengere Kostenkontrollen. Die SPD befürwortete den Plan, betonte aber gleichzeitig verantwortungsvolle Ausgaben und den Schutz von Familien. Zudem reichte sie Einsparvorschläge ein, die sich auf nicht essenzielle Ausgaben und frei verfügbare Mittel konzentrieren.
In der Wohnungspolitik begrüßte die SPD zwar die "Bauturbo"-Initiative zur Beschleunigung des sozialen Wohnungsbaus, kritisierte aber die Streichung des Zuschusses für das "Deutschlandticket" für Studierende.
Der Haushalt 2026 wird nun umgesetzt, wobei die Änderungen bei den Kita-Gebühren und in der Wohnungspolitik ab Juli gelten. Zwar gelang dem Rat eine seltene einstimmige Entscheidung, doch die Sorgen über steigende Betreuungskosten und Finanzierungslücken bleiben bestehen. Die Stadt steht vor der Herausforderung, in den kommenden Monaten knappe Budgets mit den wachsenden Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen.






