Willich streitet über steigende Kita-Gebühren und Geschwisterrabatte
Charlotte WagnerWillich streitet über steigende Kita-Gebühren und Geschwisterrabatte
Die anhaltende Debatte über die Kinderbetreuungskosten in Willich hat an Schärfe gewonnen, da die Stadt nach Wegen sucht, die Haushaltsbelastungen zu verringern. Eltern zeigen sich besorgt über Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen, während die Verwaltung nun Änderungen bei den Elternbeiträgen vorschlägt, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Der Haushaltsdruck zwingt die Stadt, neue Sparmaßnahmen zu prüfen. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung kürzlich angewiesen, die bestehenden Beitragsregelungen für Eltern zu überarbeiten. Ziel ist es, durch die Kürzung von Geschwisterermäßigungen 500.000 Euro einzunehmen und weitere 100.000 Euro zu erwirtschaften, indem die Beitragsanpassungen auf drei Prozent gedeckelt werden.
Die CDU schlug vor, die Gebührenstruktur zu überarbeiten, darunter die Einführung neuer Geschwistergebühren. Der Jugendhilfe-Elternbeirat (JAEB) lehnt diese Pläne jedoch ab und spricht sich sowohl gegen Geschwistergebühren als auch gegen höhere Anpassungen aus. In benachbarten Kommunen wie Nettetal und Kempen wird bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr für alle Betreuungsangebote erhoben.
Als Reaktion haben Eltern eine Petition gegen die geplanten Gebührenerhöhungen und die Streichung der Geschwisterrabatte gestartet. Auch die SPD-Fraktion hat sich eingeschaltet: Sie schlägt Einsparungen von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 vor und kritisiert, dass Eltern und Kinder als Einnahmequelle herangezogen werden.
Der Streit um die Kita-Gebühren bleibt ungelöst. Während die Stadt durch Beitragsanpassungen und den Abbau von Befreiungen die finanziellen Engpässe bewältigen will, wächst der Widerstand von Eltern und Interessenverbänden. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, da beide Seiten an ihren Positionen festhalten.






