Willich baut Kita-Angebote um: Schließungen, Umzüge und weniger Plätze bis 2029
Moritz WernerWillich baut Kita-Angebote um: Schließungen, Umzüge und weniger Plätze bis 2029
Willich hat umfangreiche Änderungen bei seinen Kinderbetreuungsangeboten für die kommenden Jahre angekündigt. Mehrere Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere eine erweiterte Förderung erhalten. Die Entscheidungen fallen vor dem Hintergrund einer prognostizierten Überkapazität an Betreuungsplätzen bis zum Jahr 2029.
Die Kita St. Irmgardis wird am Ende des Kitajahres 2026/2027 ihre Türen schließen. Nach der Schließung wird das Gebäude an die Kita Villa Kunterbunt vermietet. Gleichzeitig hat die Stadt die Pläne für eine neue Kita am Alperhof aufgegeben. Das bestehende Gebäude wird abgerissen, und die Betreuung wird in das generationenübergreifende Projekt Reinershof verlegt. Für Eltern bedeutet dies eine Fahrzeit von neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus.
Auch das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK wird bis zum 31. Juli 2026 schrittweise eingestellt. Die AWO-Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält jedoch bis zum 31. Juli 2027 verlängerte freiwillige Fördergelder. Bis zu diesem Stichtag sollen Gespräche über eine mögliche Schließung geführt werden.
Stadtvertreter und der Pfarrverband haben sich darauf verständigt, den Dialog aufrechtzuerhalten. Sie wollen den künftigen Bedarf regelmäßig prüfen und die Angebote entsprechend anpassen. Hintergrund der Umstrukturierung ist ein erwarteter Rückgang der Nachfrage: Bis 2029 werden aufgrund sinkender Geburtenraten rund 440 freie Betreuungsplätze prognostiziert. Aus finanziellen Gründen wurden zudem Pläne für zwei neue städtische Kitas verworfen.
Eltern im Norden Willichs äußern Bedenken wegen der abnehmenden Betreuungsmöglichkeiten vor Ort. Einige befürchten, dass die Region dadurch für junge Familien an Attraktivität verliert.
Ziel der Neuordnung ist es, das Angebot an die sinkende Nachfrage anzupassen – mit weniger Einrichtungen, aber gezielterer Förderung. Während St. Irmgardis schließt, der Alperhof umzieht und die Schatzkiste bis Mitte 2026 endet, konzentriert sich die Stadt nun darauf, den Austausch mit Eltern und Trägern zu stärken und gleichzeitig die finanziellen sowie demografischen Herausforderungen zu meistern.