Wie Leonardo DiCaprios Schnauzer die Oscars 2024 zum Bart-Festival machte
Sophia WeberIst der Schnurrbart jetzt in Mode oder nicht? - Wie Leonardo DiCaprios Schnauzer die Oscars 2024 zum Bart-Festival machte
Die Oscars 2024 rückten den Bart in den Fokus
Dieses Jahr wurden bei den Oscars Gesichtsbehaarung und Schnurrbärte zum Gesprächsthema. Leonardo DiCaprios markanter Schnauzer stahl die Show, während andere Stars von glatt rasierten Looks bis hin zu vollen Bärten alles präsentierten. Der rote Teppich wurde zur Bühne für Pflegetrends, die sich seit Jahren entwickeln.
Doch hinter dem Hype verbirgt sich ein größerer kultureller Wandel. Besonders Schnurrbärte erleben seit 2021 einen Boom – angetrieben von Retro-Einflüssen und queerer Selbstinszenierung in der europäischen Musikszene. Die Oscars spiegelten damit nur wider, was sich bereits seit einem halben Jahrzehnt abzeichnet.
DiCaprios Schnauzer war mehr als eine persönliche Entscheidung – er wurde zum prägenden Look des Abends. Soziale Medien überschwemmten Memes, Hommagen und Diskussionen über seinen Stil. Der Schauspieler folgte damit einem Trend, der längst in Mode und Musik angekommen war.
Europa hat diese Entwicklung seit 2021 vorangetrieben. Die "Eurovision-Schnurrbartwelle" erreichte 2023/24 ihren Höhepunkt, als Künstler wie die österreichische Dragqueen Parsa mit einem opulenten Kaiserbart auf der Bühne glänzte. Harry Styles spielte auf seinen Touren ironisch mit 70er-Jahre-Schnauzern, während der deutsche Rapper Trettmann seinen dichten Schnurrbart zum Markenzeichen des Hip-Hop machte. Selbst das schwedische Duo Icona Pop holte den Look für ihr Comeback 2024 zurück, und der französische DJ Justice präsentierte auf Festivals schlichte, futuristische Varianten.
Auch auf dem roten Teppich der Oscars zeigte sich diese Vielfalt: Timothée Chalamet setzte auf einen zarten Bleistiftschnurrbart – eine Hommage an das Hollywood der Vergangenheit. Michael B. Jordan wählte einen akkurat geformten Ankerbart, Ewan McGregor trug seinen Vollbart gepflegt kurz, und Ethan Hawke überraschte mit einem Henri-quatre-Ziegenbärtchen, das seinen Mund rahmte. Pedro Pascal hingegen erschien überraschend glatt rasiert und löste damit Spekulationen aus, warum er seinen gewohnten Dreitagebart abgelegt hatte.
Diese Stilvielfalt ist kein Zufall. In den letzten fünf Jahren haben Schnurrbärte ihr angestaubtes Image abgelegt. Umfragen stufen sie heute – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung – als eine der attraktivsten Gesichtsbehaarungsvarianten ein. Stars wie Harry Styles nutzen wechselnde Bartstile – von glatt rasiert bis zu struppig – als Form der Selbstausdrucks und tragen so zur Normalisierung des Trends bei.
Die Oscars bestätigten, was die Popkultur seit Jahren signalisiert: Gesichtsbehaarung ist mehr als eine Moderscheinung. DiCaprios Schnauzer, Pascals glattes Kinn und die Bandbreite dazwischen zeigen, wie Pflege und Stil Identität und Zeitgeist widerspiegeln. Solange die europäische Musikszene Grenzen verschiebt, wird die Debatte um Schnurrbärte – und Bärte вообще – so schnell nicht verstummen.






