Wie Kreuzau mit 18.000 Einwohnern die digitale Verwaltung revolutioniert
Sophia WeberWie Kreuzau mit 18.000 Einwohnern die digitale Verwaltung revolutioniert
Kreuzau, eine kleine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit 18.000 Einwohnern, hat seit dem Sommer 2022 stetige Fortschritte bei der digitalen Transformation gemacht. Der Startschuss für eine strukturierte Modernisierung der kommunalen Dienstleistungen fiel mit der Ernennung von Maike Ochs zur ersten Digitalisierungsbeauftragten der Stadt. Heute werden viele Verwaltungsvorgänge – von der Hundeanmeldung bis zum Antrag auf Wohngeld – online abgewickelt.
Als Ochs ihr Amt antrat, verfügte Kreuzau bereits über ein Dokumentenmanagementsystem. Allerdings nutzten nicht alle Fachbereiche es regelmäßig. Ihre Stelle, die bis Ende 2026 finanziert wird, ist mit 80 Prozent bei einem externen IT-Dienstleister angesiedelt. Einer ihrer ersten Schritte war die Zusammenstellung eines Teams aus 16 Digital-Lotsen – je einer pro Fachbereich –, die Initiativen mitgestalten und eine reibungslose Einführung sicherstellen sollten.
Bereits Anfang 2023 konnten Bürgerinnen und Bürger lokale Probleme wie Schlaglöcher oder defekte Straßenlaternen über ein neues Online-Meldesystem melden. Zudem ging eine digitale Buchungsplattform an den Start, die es ermöglicht, Sportanlagen und Versammlungsräume ohne Papierkram zu reservieren. Diese Entwicklungen spiegeln einen bundesweiten Trend wider: Eine Umfrage aus dem Jahr 2023 zeigte, dass noch immer die Hälfte aller deutschen Kommunen über keine eigene Digitalisierungsbeauftragte verfügt.
Mittlerweile umfasst Kreuzaus Umstieg auf digitale Services Personalakten, Wohngeldanträge und die Buchung öffentlicher Einrichtungen. Der strukturierte Ansatz der Stadt – mit einer zentralen Koordinatorin und Fachbereichs-Lotsen – zielt darauf ab, digitale Werkzeuge flächendeckend in der Verwaltung zu verankern. Die Finanzierung von Ochs’ Position bleibt bis Ende 2026 gesichert, was Zeit für den weiteren Ausbau und die Verfeinerung des Systems lässt.






