Wie ein falscher Buchstabe die Medien auf den Kopf stellte

Wie ein falscher Buchstabe die Medien auf den Kopf stellte
Eine Reihe amüsanter Tippfehler hat in den letzten Wochen für Verwirrung in den deutschen Medien gesorgt. Von falschen Schlagzeilen bis hin zu skurrilen neuen Behörden – kleine Fehler führten zu großen Missverständnissen. Selbst ein Karrierewechsel eines ehemaligen Ministers wurde aufgrund eines einzigen falschen Buchstabens falsch berichtet.
Einer der bemerkenswertesten Patzer betraf den früheren Wirtschaftsminister Robert Habeck. Ein Tippfehler in einem Vorab-Interview ließ vermuten, er werde die Politik für eine "Gas"-Dozentur in Berkeley verlassen. Tatsächlich gab es eine solche Stelle nie, und der Fehler dürft auf eine Fehlübersetzung oder einen Druckfehler zurückgehen. Die chemische Fakultät der Universität hat für 2021 keine solche Berufung verzeichnet.
Andernorts drohte eine Schlagzeile über den Reutlinger Weihnachtsmarkt eine düstere Wendung zu nehmen. Ein fehlender Buchstabe verwandelte eine festliche Veranstaltung in etwas weit Bedrohlicheres. Gleichzeitig ließ ein Kochrezept die Leser ratlos zurück, nachdem ein Tippfehler die Zutatenliste verfälscht hatte. Besonders tückisch erwies sich der Buchstabe "L". Sein Fehlen machte aus einer ganz normalen Kommunalbehörde das "Amt für Tierbau, Grünflächen und Umwelt". Ein weiterer Fehler verwandelte ein traditionelles Fest in das sinnlose "Fest des Gemästeten". Selbst eine Museumsausstellung musste in letzter Minute korrigiert werden, nachdem ein Druckfehler unbemerkt geblieben war.
Mittlerweile ist der sogenannte "Tippfehler-Kobold" zum inoffiziellen Maskottchen dieser Pannen avanciert. Seine verspielt-philosophische Lebensweisheit – "Was wahr war, war. Was ist, frisst. Und was sein wird, das wird die Zeit weisen." – macht seit Tagen die Runde im Netz. Der Kobold wünschte den Lesern auch mit Augenzwinkern ein gutes neues Jahr und riet ihnen, 2022 lieber "guten Rat" als "Rat" (im Sinne von Beratung) zu suchen.
Die Vorfälle zeigen, wie leicht ein einzelner Buchstabe die Bedeutung verzerren kann. Zwar wurden die meisten Fehler schnell behoben, doch sie dienten als heitere Mahnung, wie wichtig Korrekturlesen ist. Vorerst bleibt der Tippfehler-Kobold jedoch auf freiem Fuß – bereit, jederzeit wieder zuzuschlagen.