Weidemilch: Warum das 3-Logo allein nicht für echte Weidehaltung reicht
Moritz WernerWeidemilch: Warum das 3-Logo allein nicht für echte Weidehaltung reicht
Weidemilch zu kaufen, deutet oft auf höhere Tierwohlstandards bei Milchkühen hin. Doch nicht alle Produkte mit derselben Kennzeichnung erfüllen auch dieselben Bedingungen. Verbraucher sollten die Verpackung genau prüfen, um zu verstehen, was sie tatsächlich erwerben.
In Deutschland muss Weidemilch mindestens 120 Weidetage pro Jahr garantieren. Allerdings ist der Begriff selbst nicht rechtlich geschützt. Um diesen Standard zu bestätigen, muss das 3-Logo-Symbol zusammen mit der Bezeichnung Weidemilch auf dem Etikett abgebildet sein.
Allein das 3-Logo reicht jedoch nicht aus, um Weidegang zu gewährleisten. Die Kühe können die übrigen Tage durchaus im Stall verbringen – was Fragen zum Tierwohl aufwirft. Zudem zeigen Kennzeichnungen mit den Haltungsformen 3, 4 oder 5, dass Anbindehaltung verboten ist.
Regelmäßige Kontrollen sorgen für die Einhaltung dieser Regeln. In Nordrhein-Westfalen übernehmen Landesbehörden wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) sowie örtliche Veterinärämter die Überprüfungen. Auch private Stellen wie die DLG-Prüftechnologie GmbH und QMilch sind beteiligt. Rund fünf bis sieben zentrale Organisationen überwachen die Compliance, während lokale Teams die Arbeit vor Ort durchführen.
Einige Siegel gehen noch weiter:Pro Weideland, Für mehr Tierschutz (Premium-Stufe) sowie Bio-Zertifizierungen verbieten ebenfalls die Anbindehaltung. Ohne klare Kennzeichnung könnten Verbraucher jedoch fälschlich von höheren Standards ausgehen, als tatsächlich gegeben sind.
Das Weidemilch-Siegel bietet zwar eine gewisse Sicherheit – doch die Details sind entscheidend. Nur die Kombination aus 3-Logo und der Bezeichnung Weidemilch bestätigt 120 Weidetage. Weitere Informationen bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574.






