27 March 2026, 14:02

Warum Misstrauen in Institutionen die Demokratie gefährdet – und wer davon profitiert

Plakat mit fettem schwarzen Text "Es ist an der Zeit, Social Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen" in der Mitte auf einem weißen Hintergrund eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand.

Warum Misstrauen in Institutionen die Demokratie gefährdet – und wer davon profitiert

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat in seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht, warum sich bestimmte Gruppen von der Demokratie abwenden. Seine Forschung zeigt, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Diese Erkenntnisse werfen auch ein Licht auf den Aufstieg von Bewegungen wie der AfD und Figuren wie Donald Trump.

El-Mafaalani betont, dass misstrauische Menschen dazu neigen, vor allem jenen zu vertrauen, die ihre Skepsis teilen. Diese Verbindungen bilden eng vernetzte "Gemeinschaften des Misstrauens", die oft durch digitale Medien verstärkt werden. Zum ersten Mal können sich solche Gruppen online leicht organisieren und ihre Ansichten verbreiten.

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Populistische Strategen nutzen dieses Misstrauen gezielt aus, um das Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben. Laut El-Mafaalani werden selbst dann, wenn Parteien wie die AfD ihre Versprechen nicht einhalten, ihre Wähler kaum wieder Vertrauen in die Demokratie fassen. Er warnt: Sobald rechtsextreme Gruppen an die Macht kommen, reicht es nicht aus, ihre Inkompetenz bloßzustellen, um ihren Einfluss rückgängig zu machen.

Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", hat gefragt, welche konkreten Schritte sich aus diesen Erkenntnissen ableiten lassen. El-Mafaalanis Analysen deuten darauf hin, dass ein Verständnis dieser Dynamiken entscheidend ist, um wirksamere Antworten auf den Rechtspopulismus zu entwickeln.

Die Forschung zeigt eine anhaltende Herausforderung: Misstrauen gegenüber Institutionen befeuert die Unterstützung für antidemokratische Bewegungen. El-Mafaalanis Ergebnisse legen nahe, dass es mehr braucht als die bloße Widerlegung populistischer Behauptungen, um diesen Trend umzukehren. Stattdessen könnte der Wiederaufbau von Vertrauen eine tiefere Auseinandersetzung mit den Sorgen dieser Gemeinschaften erfordern.

Quelle