Von der Flucht zum Neuanfang: Wie Schildgens Initiative Geflüchtete prägte

Von der Flucht zum Neuanfang: Wie Schildgens Initiative Geflüchtete prägte
Vor zehn Jahren schlossen sich einige Einwohner von Schildgen zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde zu unterstützen. Ihre Initiative Willkommen in Schildgen bot praktische Hilfe und Freundschaft für Menschen, die in Deutschland ein neues Leben begannen. Nun feiern eine Ausstellung und eine Veranstaltung heute in der Nähe die Wege derer, die ankamen – darunter Youssef Messraba, der 2015 vor dem Krieg in Syrien floh und in Bergisch Gladbach einen Neuanfang fand.
Ende 2015 erreichte Youssef Messraba Katterbach, nach seiner Flucht aus Damaskus. Er kam erschöpft, verängstigt und krank an, mit nichts als einem Zelt als Unterkunft. Die Initiative Willkommen in Schildgen sprang ein: Sie half ihm bei Behördengängen, Arztbesuchen und Veranstaltungen, gab rechtliche Beratung und unterstützte ihn bei der Berufsausbildung. So konnte er Schritt für Schritt in seiner neuen Heimat Fuß fassen.
Die Hilfe veränderte sein Leben. Messraba schloss eine Ausbildung zum Elektroniker ab und studiert heute Elektro- und Medizintechnik. Doch sein Weg war nicht einfach: Er wartete 20 Monate auf die Staatsbürgerschaft und erlebte Momente der Ausgrenzung. Dennoch beschreibt er die Schildgener Gemeinschaft als Quelle der Stärke und Hoffnung. Die Initiative wirkte weit über seinen Fall hinaus. Seit 2015 haben rund 100 Einheimische Geflüchtete im Alltag unterstützt – bei Behördengängen, der Jobsuche oder der Sprachvermittlung. Zehn Jahre später sind 72 Prozent der Angekommenen erwerbstätig, 15 Prozent in Ausbildungsplätzen 2024 oder Studium, und die meisten sprechen fließend Deutsch. Viele haben enge Freundschaften mit Locals geschlossen.
Zum Jubiläum zeigt die Ausstellung Angekommen bis zum 6. Dezember im Himmel un Ääd 21 farbige Porträts von Geflüchteten. Am 28. November findet dort die Veranstaltung heuteAngekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen statt, bei der Teilnehmende von ihren Erlebnissen der letzten zehn Jahre berichten.
Ausstellung und Veranstaltung machen deutlich, wie gemeinschaftliche Unterstützung das Leben von Geflüchteten in Schildgen prägte. Heute haben viele einen sicheren Job, eine Ausbildung und soziale Bindungen – ein Beweis dafür, was gemeinsames Engagement bewirken kann. Die Initiative arbeitet weiter und steht als Modell für gelungene Integration durch praktische Hilfe und nachhaltige Beziehungen.