Verschollene Maßkrüge kehren nach Jahrzehnten aus dem Ausland nach München zurück
Sophia WeberVerschollene Maßkrüge kehren nach Jahrzehnten aus dem Ausland nach München zurück
Ein seit langem verschollener Bierkrug kehrt nach Jahrzehnten im Ausland nach München zurück
Zwei getrennte Vorfälle – einer aus dem Jahr 1965, ein weiterer von 1976 – zeigen, wie Touristen gestohlene Maßkrüge an Münchens berühmte Bierhallen zurückgaben, teils sogar mit einer kleinen Spende für den guten Zweck.
2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug an das Wirtshaus Platzl zurück – 55 Jahre, nachdem er entwendet worden war. Als Wiedergutmachung für den Diebstahl fügte sie 20 Euro bei. Das Geld kommt nun der Initiative Bunte Münchner Kindl zugute, die bedürftige Kinder in der Region unterstützt.
Ein weiterer Fall betraf einen englischsprachigen Besucher, der 1976 im Hofbräuhaus "versehentlich" einen Krug mitgenommen hatte. Jahre später gab der Tourist den Maßkrug zurück – begleitet von einem Brief, in dem er den Vorfall erklärte.
Solche Rückgaben sind kein Einzelfall: Das Hofbräuhaus erhält jährlich drei bis vier ähnliche Schreiben oder zurückgesandte Krüge. Da die Gaststätte jedoch keine Statistik über fehlende Maßkrüge führt, bleibt unklar, wie viele Stück tatsächlich verschwinden.
Die zurückgegebenen Krüge zeigen ein Muster: Viele Touristen bereinigen Jahre später noch alte Schuld. Zwar erfasst das Hofbräuhaus die Verluste nicht systematisch, doch die gelegentlichen Wiedergutmachungen – ob durch zurückgesandte Krüge oder kleine Zahlungen – kommen am Ende lokalen Projekten zugute. Die jüngsten 20 Euro fließen nun in eine Münchner Kinderhilfe.