Uwe Steimle ermittelt in polarisierender DDR-Nostalgie-Krimiserie auf Telegram
Sophia WeberUwe Steimle ermittelt in polarisierender DDR-Nostalgie-Krimiserie auf Telegram
Neue Krimiserie Volkspolizeiruf – Tatort Ost feiert Premiere auf ausgewählten Telegram-Kanälen
In der Hauptrolle des Formats: der ostdeutsche Kabarettist Uwe Steimle. Die Serie dreht sich um Verbrechen gegen das „Volk der DDR“ – Taten, die oft Westdeutschen oder Migranten in die Schuhe geschoben werden. Hinter dem Projekt steht der Medienunternehmer Holger Friedrich, der sich darauf spezialisiert hat, ostdeutsche Ressentiments kommerziell zu verwerten.
Steimle schlüpft in die Rolle von Kommissar Bemme, einem exzentrischen Ermittler, der sich durch politisch brisante Fälle kämpft. Die Pilotfolge mit dem Titel Mord unter der Windkraftanlage umfasst ungewöhnliche 11.000 Seiten. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum steht jedoch noch aus.
Die Produktion verlief nicht ohne Spannungen. Bei einer kürzlichen Presseveranstaltung geriet Steimle mit dem Drehbuchautor der Serie aneinander – künstlerische Differenzen waren der Auslöser. Beobachter vermuten, dass die Auseinandersetzung bald in der Pieschener Gazette oder gar im nächsten Roman von Uwe Tellkamp thematisiert werden könnte.
Friedrich, der als Executive Producer fungiert, hat sich einen Namen damit gemacht, reaktionäre Ost-Nostalgie zu vermarkten. Seine Beteiligung deutet darauf hin, dass die Serie polarisierende Themen aufgreifen wird – etwa indem Verbrechen als Angriffe auf die ostdeutsche Identität inszeniert werden.
Die Ausstrahlung erfolgt ausschließlich über Telegram und umgeht damit klassische Sender. Mit ihrem Fokus auf Ost-West-Konflikte und migrationsbezogene Kriminalität passt die Serie perfekt in Friedrichs etabliertes Markenprofil. Ob sie jedoch über ein Nischenpublikum hinaus Anklang findet, bleibt abzuwarten.






