Tränen, Sekt und Popcorn-Chaos: Die *taz* verabschiedet sich von der Druckära

Admin User
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Eine Gruppe von Menschen, die an Tischen mit Essen, Fernsehern, Lampen, hängenden Papieren und Vorhängen in einem scheinbar festlichen Setting sitzen.

Tränen, Sekt und Popcorn-Chaos: Die *taz* verabschiedet sich von der Druckära

Abschied von der Druckära: Die taz feiert in Berlin-Kreuzberg mit Tränen, Sekt und Popcorn-Chaos

Im Berliner Kreuzberger Hauptsitz der taz ging es vergangenen Freitag hoch her – die Zeitung verabschiedete sich mit einer ausgelassenen Feier namens "Seitenwende" von ihrer gedruckten Ära. Das Haus war brechend voll: Redaktionsmitglieder, neugierige Leserinnen und Leser sowie prominente Gäste wie Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour und Wolfgang Schmidt, ehemaliger Kanzleichef unter Olaf Scholz, waren gekommen.

Der Abend begann mit Reden der Chefredakteure, die eine Mischung aus Erleichterung, Erschöpfung, Stolz und Unglauben über das Ende einer Epoche zum Ausdruck brachten. Später betrat Nouripour die Bühne und erinnerte daran, dass die taz seit 1982 ganze 476 Mal im Bundestag thematisiert wurde. Die Stimmung wurde emotional, als ein Redakteur während seiner Ansprache in Tränen ausbrach – überwältigt von der Wehmut des Moments.

Doch es gab auch skurrile Höhepunkte: Einige Praktikanten wollten sich mit Sekt auf Mindestlohn-Niveau trinken und setzten sich das Ziel, Sprudelwein im Wert von 4.080 Euro zu konsumieren. Ein explodierender Popcorn-Automat sorgte dann für ein chaotisches Intermezzo, das die Gäste in die Kantine trieb. Trotz der unerwarteten Unterbrechung ging die Feier weiter – frische Freitagsexemplare der taz trafen direkt von der Druckerei ein. Der Abend klang mit Kamerablitzen und den Klängen von Ton Steine Scherben aus.

Die "Seitenwende"-Feier im taz-Haus war mehr als nur ein Abschied von der letzten werktäglichen Printausgabe. Sie stand für den Einfluss und die Geschichte der Zeitung – und zugleich für ihren digitalen Aufbruch. Mit prominenten Gästen und einem breiten Publikum markierte der Abend einen bedeutenden Moment im Wandel des deutschen Journalismus.