Tiefengeothermie im Ruhrgebiet: Wie unterirdische Hitze ganze Städte heizen könnte
Moritz WernerTiefengeothermie im Ruhrgebiet: Wie unterirdische Hitze ganze Städte heizen könnte
Neues Projekt im Ruhrgebiet: Wie Tiefengeothermie die städtische Wärmeversorgung revolutionieren könnte
Die Initiative „VESTA CONTRAST“ erforscht im Ruhrgebiet, wie tiefe Geothermie die Wärmeversorgung in Städten grundlegend verändern könnte. Das Projekt kartiert unterirdische Strukturen unter Bochum und Witten, um ihr Potenzial für großflächige Wärmespeicherung zu bewerten. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), zielt die Studie darauf ab, saubere Energielösungen für Ballungsräume zu erschließen.
Das Ruhrgebiet birgt unter der Erde noch ungenutztes Potenzial für Geothermie: Die Temperaturen steigen hier etwa alle 100 Meter um rund 3 °C. Während oberflächennahen Systeme bereits Einzelgebäude beheizen, könnten tiefere Reservoirs ganze Stadtteile und Industrieanlagen versorgen. Fachleute schätzen, dass drei Viertel der deutschen Gebäude sowie ein Viertel des kommunalen und industriellen Wärmebedarfs durch tiefe Geothermie gedeckt werden könnten.
Ab Anfang 2025 wird das Projekt einen fünf Kilometer langen Untergrundabschnitt bis in 2.000 Meter Tiefe untersuchen. Bis zu 600 Geophon-Stationen, im Abstand von zehn Metern aufgestellt, zeichnen seismische Reflexionen auf, um thermische Reservoirs zu lokalisieren. Die mit 330.000 Euro finanzierte Studie soll ein detailliertes geologisches Modell für den Süden Bochums erstellen – und damit den Weg für praktische Anwendungen ebnen.
Die Ergebnisse könnten Städten helfen, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen, indem sie stabile, erneuerbare Wärme aus der Tiefe nutzen. Während oberflächennahen Systeme meist nur einzelne Gebäude versorgen, konzentriert sich diese Forschung auf großflächige Lösungen für urbane und industrielle Nutzung.
Das „VESTA CONTRAST“-Projekt liefert entscheidende Daten zur geothermischen Kapazität des Ruhrgebiets. Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse es Städten ermöglichen, herkömmliche Heizsysteme durch nachhaltige Energie aus dem Untergrund zu ersetzen. Die Umfrageergebnisse, die bis Anfang 2025 erwartet werden, zeigen dann, ob sich tiefe Geothermie flächendeckend in städtischen Gebieten einsetzen lässt.






