18 April 2026, 00:09

Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Start verboten

Apotheker in weißem Kittel mit einer Flasche in der Hand, während er mit einem Kunden in einer Apotheke spricht, mit Regalen voller Flaschen und Gegenständen im Hintergrund.

Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Start verboten

Geplante Telemedizin-Station in Winterberger Franziskus-Apotheke von Landesapothekerkammer gestoppt

Nur wenige Tage vor der geplanten Inbetriebnahme am 18. Dezember hat die zuständige Landesapothekerkammer eine Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke in Winterberg untersagt. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hatte die Station einführen wollen, um den Zugang zu ärztlichen Beratungen in der ländlichen Region zu verbessern.

Der Streitfall zeigt die unterschiedlichen Auffassungen zur Telemedizin in Apotheken – mit entscheidender Rolle der rechtlichen Auslegung. Schäfer, der die Apotheke bald an seine Nachfolgerin Jasmin Ennulath übergeben wird, hatte bereits die Telemedizin-Station des Anbieters Medivise erworben. Er erwarte sich davon eine Entlastung im Tagesgeschäft, etwa bei der Verwaltung von Wiederholrezepten oder der Vermeidung unnötiger Notaufnahme-Besuche. Seine Recherchen deuteten darauf hin, dass telemedizinische Beratungen in Apotheken nach § 129 Absatz 5h des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) zulässig seien.

Die Landesapothekerkammer sah dies jedoch anders: Ein Arztterminal innerhalb einer Apotheke verstoße gegen geltende Vorschriften und könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen. Ennulath wurde mitgeteilt, dass die Station nicht im öffentlich zugänglichen Bereich der Apotheke aufgestellt werden dürfe – die Installation musste daraufhin abgesagt werden.

Tobias Leipold, Mitgründer und Strategiechef von Medivise, betonte indes, dass für die Telemedicine Box keine rechtlichen Hürden bestünden. Dennoch räumten sowohl Schäfer als auch Ennulath ein, dass Telemedizin gerade in ländlichen Gebieten mit eingeschränktem Arztzugang erhebliche Vorteile biete.

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Das Verbot der Medivise-Station bedeutet, dass die Franziskus-Apotheke ihre Telemedizin-Pläne vorerst nicht umsetzen wird. Die Entscheidung wirft Fragen über die Zukunft ähnlicher Projekte auf, da die rechtliche Bewertung weiterhin umstritten bleibt. Die anstehende Übergabe der Apotheke an Ennulath wird nun ohne die Station erfolgen – doch die Debatte über Telemedizin in Apotheken dürfte anhalten.

Quelle