Stromnetze am Limit: Wie Deutschlands Energiewende Milliarden verschlingt
Moritz WernerStromnetze am Limit: Wie Deutschlands Energiewende Milliarden verschlingt
Deutschlands Ausbau der erneuerbaren Energien belastet die Stromnetze
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland setzt die Stromnetze unter Druck. Netzbetreiber sehen sich mit einer wachsenden Nachfrage nach neuen Leitungen konfrontiert, um Solar- und Windkraftanlagen anzubinden. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Ausbaukosten bis 2045 stark ansteigen.
Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln hat Lösungsvorschläge erarbeitet, um diese Ausgaben zu senken. Laut ihren Studien könnte eine intelligentere Netzplanung jährlich Milliarden einsparen.
Der Ausbau der Verteilnetze für erneuerbare Energien wird bis 2045 Investitionen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro erfordern. Der Großteil dieser Summe entfällt auf den Anschluss neuer Solar- und Windprojekte. Die aktuellen Kosten für Netzerweiterungen variieren stark – je nach Standort liegen sie zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt.
Das EWI empfiehlt gemeinsame Netzanschlusspunkte für Solar-, Wind- und Batteriespeicheranlagen. Dies würde die Netzeffizienz steigern und Energieverluste verringern. Durch die räumliche Bündelung von Anlagen ließen sich jährlich 800 Millionen Euro an Kosten für abgeregeltem Strom einsparen.
Zudem schätzt das Institut, dass geteilte Anschlüsse die Netzerweiterungskosten um 1,8 Milliarden Euro pro Jahr reduzieren könnten. Allerdings sind die bestehenden Anreize zur Optimierung der Netzauslastung noch unzureichend. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen könnten Ineffizienzen bestehen bleiben – mit der Folge höherer Kosten und Energieverschwendung.
Unterdessen verbessert das Schweizer Bundesamt für Energie die Transparenz: Ein neues Dashboard soll regionale Prognosen zur Solarstromerzeugung liefern. Damit sollen Netzbetreiber die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien besser planen können.
Der EWI-Bericht weist auf eine weitere Herausforderung hin: die Finanzierung von Batteriespeichern. Neue Geschäftsmodelle sind nötig, um diese Systeme zu fördern, die Überschussenergie speichern und Abregelungen reduzieren. Ohne ausreichende Investitionen könnte die Verschwendung erneuerbarer Energien ein Dauerproblem bleiben.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten die finanziellen und betrieblichen Belastungen der Netzbetreiber verringern. Geteilte Anschlüsse und bessere Anreize würden die Kosten senken und gleichzeitig die Effizienz steigern. Falls umgesetzt, könnten diese Schritte eine zentrale Rolle bei der Energie- und Verkehrswende in Europa spielen.






