25 May 2026, 06:03

Solinger Mietspiegel-Entwurf in der Kritik: SPD-Ratsherr fordert dringende Aufklärung über Ungereimtheiten

SPD: Anfrage von Stadtrat Markus Preuss zum aktuellen Mietindex in Klingenstadt

Solinger Mietspiegel-Entwurf in der Kritik: SPD-Ratsherr fordert dringende Aufklärung über Ungereimtheiten

Fragen zum Entwurf des qualifizierten Mietspiegels in Solingen – SPD-Ratsherr Markus Preuss fordert Aufklärung

Nach einer offiziellen Anfrage des fraktionslosen SPD-Ratsherrn Markus Preuss gibt es Zweifel am Entwurf des qualifizierten Mietspiegels für Solingen. In der Sitzung am 9. November wies er auf mehrere Ungereimtheiten hin, darunter undurchsichtige Lärmberechnungen und fehlende Abschläge für modernisierte Wohnungen. Nun steht die Stadt unter Druck, vor der nächsten Ratssitzung zentrale Punkte zu klären.

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Preuss reichte seine Anfrage ein, um von Oberbürgermeister Tim Kurzbach noch vor der anstehenden Ratssitzung eine zügige Stellungnahme zu erwirken. Seine Bedenken betreffen verschiedene Aspekte – von der Lärmbewertung bis hin zu Zuschlägen für Grünflächen.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Lärmbelastung an der Beethovenstraße 129, wo der Entwurf zwar Werte angibt, die Messmethodik jedoch nicht erläutert. Zudem fehlt ein vorgeschriebener Abschlag von 0,26 Euro pro Quadratmeter für Lärmbelastung, der laut geltenden Regelungen eigentlich gewährt werden müsste.

Ein weiteres Problem stellt die Kategorie G dar, die Mieter in der Nähe von Grünanlagen belohnen soll. Doch die Kriterien für die Einstufung bleiben vage, und Standorte wie die Sandstraße 33 – ungeachtet der Nähe zu Parks – erhalten nicht den vorgesehenen Zuschlag von 0,50 Euro. Unklar ist auch, ab welcher Entfernung zu Grünflächen dieser Bonus entfällt.

Der Entwurf berücksichtigt zudem nicht die städtischen Richtlinien für Vermieter, die an Leistungsbezieher vermieten. Außerdem werden Wohnungen unterschiedlicher Größe verglichen, ohne die Anzahl der Bewohner zu berücksichtigen – was die Mietvergleiche verfälschen könnte.

Bei Modernisierungszuschlägen, etwa für nachgerüstete Dämmung, fehlen transparente Berechnungsgrundlagen. Besonders problematisch ist dies für Immobilien, die bereits die Energieeffizienzstandards der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Zudem werden Einbauküchen fälschlicherweise als „nicht teilweise möbliert“ eingestuft, was ihre Bewertung im Mietspiegel verzerren könnte.

Die Anfrage fordert Klärung bei den Lärmdaten, den Grünflächenzuschlägen und den Modernisierungsregeln. Ohne Nachbesserungen könnte der Mietspiegel zu ungerechten Mietbewertungen führen – zum Nachteil von Mietern und Vermietern gleichermaßen. Die Stadt muss die Kritikpunkte vor der endgültigen Verabschiedung des Spiegels ausräumen.

Quelle