05 June 2026, 17:23

Solingen plant höhere Kita-Gebühren – Wirtschaft fürchtet Abwanderung von Familien

Solingen: Kitapolitik des Bürgermeisters gefährdet Standort und ist misogynistisch

Solingen plant höhere Kita-Gebühren – Wirtschaft fürchtet Abwanderung von Familien

Solingens Oberbürgermeister plant Gebührenerhöhungen für Kitas – Wirtschaft warnt vor Abwanderung

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat Pläne bekannt gegeben, die Elternbeiträge in städtischen Kindertageseinrichtungen deutlich anzuheben. Der Schritt stößt auf scharfe Kritik bei lokalen Wirtschaftsvertretern, die befürchten, dass Familien dadurch vertrieben und die Wirtschaft geschwächt werden. Besonders der Mittelstandsverband, der kleine und mittlere Unternehmen vertritt, hat sich gegen die Erhöhungen ausgesprochen.

Die Verwaltung von Kurzbach, der einer rot-grünen Koalition vorsteht, will die Gebühren für Kita-Plätze spürbar erhöhen. Doch der Vorschlag ist von Anfang an auf massiven Widerstand gestoßen.

Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Mittelstandsverbands, warnte, die höheren Kosten könnten Familien dazu bewegen, die Stadt zu verlassen. Zudem kritisierte sie, dass der Oberbürgermeister keine Stellen im Verwaltungsapparat abbaut, um die finanzielle Belastung auszugleichen. Unterstützung erhielt sie von ihrem Stellvertreter Marc Westkämper, der die Gebührenerhöhungen als „rückschrittliche, frauenfeindliche Politik“ bezeichnete.

Westkämper fügte hinzu, die Erhöhungen könnten Frauen davon abhalten, nach der Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen. Er verwies darauf, dass benachbarte Kommunen kaum oder gar keine Kita-Gebühren erheben – ein klarer Standortnachteil für Solingen. Beide Vertreter betonten, die Pläne würden die wirtschaftliche Attraktivität der Stadt mindern und es Unternehmen erschweren, Fachkräfte zu gewinnen.

Der Druck auf die Stadtspitze wächst, die Pläne zu überdenken. Lokale Wirtschaftsverbände warnen, die Erhöhungen würden Solingen im Wettbewerb benachteiligen und könnten Familien zur Abwanderung bewegen. Die Debatte zeigt, wie sehr die kommunale Finanzpolitik mit den Bedürfnissen berufstätiger Eltern kollidiert.

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