Solingen: Briefwahl-Rücklauf bei Stichwahl deutlich gesunken – warum so viele Stimmen fehlten
Moritz WernerSolingen: Briefwahl-Rücklauf bei Stichwahl deutlich gesunken – warum so viele Stimmen fehlten
Stichwahl in Solingen: Rücklauf der Briefwahlunterlagen niedriger als bei der Hauptwahl
Bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Solingen ging ein geringerer Anteil der Briefwahlunterlagen zurück als bei der Hauptwahl. Nur 73,3 Prozent der Wahlberechtigten sandten ihre Unterlagen zurück – im Vergleich zu 81 Prozent bei der Stichwahl 2015. Die Stadt hatte die Bürger zuvor auf enge Fristen und mögliche Verzögerungen beim Erhalt der Wahlunterlagen hingewiesen.
Bereits ab Freitag, dem 19. September, verschickte die Stadt Ersatz-Wahldokumente. Wer seine Unterlagen bis dahin nicht erhalten hatte, konnte sie bis Samstag, den 27. September, mittags um 12 Uhr persönlich abholen. Die Behörden erinnerten die Einwohner wiederholt an die Fristen, Risiken und die korrekte Rücksendung der Stimmabgaben.
Postverzögerungen trugen maßgeblich zum Rückgang der zurückgeführten Wahlbriefe bei. Da die Stichwahl am 28. September stattfand, blieb nur wenig Zeit, damit die Unterlagen die Wähler erreichten und zurückgeschickt werden konnten. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich in Nachbarstädten wie Wuppertal und Remscheid, wo die Rücklaufquoten ebenfalls sanken.
Insgesamt wurden 16.415 Briefwahlstimmen in der Stichwahl ausgezählt. Weitere 17.763 Stimmen gingen per Post ein, während 6.466 berechtigte Wähler ihr Briefwahlrecht nicht nutzten. Das bedeutet, dass etwa jeder vierte Antragsteller seine Unterlagen nicht zurücksandte und somit nicht wählen konnte.
Stichwahlen verzeichnen in der Regel eine geringere Beteiligung als Hauptwahlen. In vergleichbar großen Städten wie Mönchengladbach oder Krefeld lag die Wahlbeteiligung bei Stichwahlen in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 5 bis 10 Prozentpunkte unter denen der Hauptwahlen.
Trotz der Bemühungen der Stadt, die Wähler zu informieren und Fristen zu verlängern, konnte der geringere Rücklauf nicht vollständig ausgeglichen werden. Mit 73,3 Prozent zurückgeführten Briefwahlunterlagen blieb die Stichwahl hinter früheren Werten zurück. Die Ergebnisse spiegeln einen allgemeinen Trend bei Stichwahlen wider, bei denen Interesse und Mobilisierung tendenziell nachlassen.






