20 April 2026, 14:09

Sexismus-Debatte um ARD-Literatursendung Druckfrisch eskaliert nach harten Buchkritiken

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und nachdenklich schaut, und einer Frau, die neben ihm steht und ebenfalls nachdenklich schaut, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf dem Umschlag.

Sexismus-Debatte um ARD-Literatursendung Druckfrisch eskaliert nach harten Buchkritiken

Die Literatursendung Druckfrisch des ARD steht wegen Sexismusvorwürfen in ihren Buchkritiken in der Kritik. Im Mittelpunkt der Debatte stehen die scharfen Urteile des Moderators Denis Scheck über Werke von Autorinnen wie Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. Der Sender verteidigt die Sendung, räumt aber gleichzeitig Bedenken von Schriftstellerinnen und Zuschauer:innen ein.

Ausgelöst wurde die Kontroverse, nachdem Scheck in seinem gewohnt provokanten Stil Bücher von Passmann und von Kürthy besprochen hatte. Während der Sendung warf er beide Werke – wie bei ihm üblich – durch eine Rutsche in den Müll, ein Markenzeichen für Bücher, die ihm nicht gefallen. Passmann bezeichnete seine Kritik später als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" und warf ihm vor, Frauenliteratur mit Arroganz zu behandeln. Auch von Kürthy meldete sich zu Wort und erklärte, sie werde eine solche Respektlosigkeit gegenüber lesenden und schreibenden Frauen nicht länger hinnehmen.

Die renommierte Literaturkritikerin Elke Heidenreich beteiligte sich an der Diskussion und hinterfragte die kulturelle Verantwortung des ARD. Sie nannte Schecks Vorgehen "mitternächtliche Tiraden vom Teleprompter abgelesen" und argumentierte, sie dienten vor allem der Provokation, ohne inhaltlichen Mehrwert zu bieten. Zudem kritisierte sie den Sender dafür, ein solch schädliches Format zu ermöglichen.

Scheck verteidigte sich und betonte, seine Kritik richte sich gegen die Bücher selbst, nicht gegen Autorinnen oder Leser:innen. Er verwies darauf, dass er in der jüngsten Folge mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert habe. Derweil veröffentlichte der ARD eine Stellungnahme, in der er sich zu Gleichberechtigung und Vielfalt bekannte. Der Sender betonte, das Geschlecht einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle, und Misogynie habe in Druckfrisch keinen Platz. Gleichzeitig hob er die bedeutenden Leistungen von Schriftstellerinnen in der Literatur hervor.

Der Streit wirft Fragen über die Zukunft von Druckfrisch auf: Der ARD muss abwägen zwischen der Verteidigung freier Kritik und den Vorwürfen des Sexismus. Der Sender beharrt darauf, dass seine Programme unterschiedliche Perspektiven wertschätzen, während Autorinnen wie Passmann und von Kürthy weiterhin eine herablassende Behandlung anprangern. Wie diese Debatte ausgeht, könnte beeinflussen, wie künftig mit literarischer Kritik in Fernsehformaten umgegangen wird.

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