Schweizer Familie verklagt wegen unerlaubter Nutzung des *"Richi"-Memes
Sophia WeberSchweizer Familie verklagt wegen unerlaubter Nutzung des *"Richi"-Memes
Eine Schweizer Familie hat rechtliche Schritte gegen die unerlaubte kommerzielle Nutzung eines viralen Memes eingeleitet, das sie zeigt. Das sogenannte "Richi"-Meme, das aus einer TV-Dokumentation von 2010 stammt, zeigt einen Jungen, der von einem Bagger fällt, sowie die entsetzte Reaktion seines Vaters. Die Familie wirft vor, dass ihr Bildnis und ihre Stimmen ohne Erlaubnis für Merchandise-Artikel, Musik und sogar bei Sportevents ausgenutzt wurden.
Das Meme entstand in einer Folge von "Auf und davon", einer SRF-Serie, die den Umzug der Familie Schömbächler nach Kanada begleitete. Eine Szene, in der der junge Richi vom Bagger stürzt – kombiniert mit dem lauten Ausruf seines Vaters Hermann – wurde zu einem Internetphänomen in der Schweiz.
Im Laufe der Jahre wurde das Meme auf Socken, Bügelbilder und ein Kinderbuch übertragen. 2022 veröffentlichte die Band Stubete Gäng einen Song namens "Richi", in dem Hermanns Stimme und das Bagger-Geräusch zu hören sind. Der Titel wurde später als Torjubelhymne in Eishallen übernommen.
Die Familie wehrte sich wiederholt gegen diese Verwendungen. Nach ihren Beschwerden stellte der Schweizer Eishockeyverband das Abspielen des Liedes ein. Auch Stubete Gäng willigte ein, den Track neu aufzunehmen – ohne Hermanns Stimme. Dennoch verkauft das Unternehmen Swissmeme weiterhin "Richi"-Artikel und erklärt, dass die Gespräche mit dem SRF über die Rechte der Familie noch andauern.
Zwei Studenten entwickelten sogar ein "Richi"-Kartenspiel, das die kommerzielle Verbreitung des Memes weiter vorantrieb. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass das Phänomen über die Schweiz hinaus größere Bekanntheit erlangt hat.
Der Rechtsstreit der Familie Schömbächler wirft die Frage auf, wem die Rechte an ihrem viralen Moment gehören. Während einige Unternehmen ihre Produkte angepasst haben, verkaufen andere weiterhin Merchandise mit Bezug zum Meme. Der Fall bleibt ungelöst – SRF und die Familie verhandeln noch immer über eine Lösung.






