Rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend überraschend abgesagt
Moritz WernerRechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend überraschend abgesagt
Eine geplante rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend wurde von den Organisatoren abgesagt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit einem anhaltenden Streit um das Grab einer verstorbenen Neonazi-Größe. Frühere Versammlungen in diesem Jahr vor dem Oberverwaltungsgericht Münster hatten Rechtsextremisten aus Dortmund und der umliegenden Region angezogen.
Die abgesagte Kundgebung drehte sich um Siegfried "SS-Siggi" Borchardt, einen verstorbenen Neonazi, dessen Anhänger ein namentlich gekennzeichnetes Grab in Dortmund forderten. Die Stadtverwaltung lehnte diesen Antrag wiederholt ab, da sie befürchtet, der Ort könnte zu einer Pilgerstätte für rechtsextreme Gruppen werden. In den vergangenen fünf Jahren blieben ähnliche Konflikte um Gräber von Figuren aus der NS-Zeit selten; nur vereinzelte Fälle wurden in einigen deutschen Städten gemeldet.
Unterdessen bleibt eine von dem Bündnis "Kein Meter den Nazis" organisierte Gegendemonstration für Heiligabend wie geplant bestehen. Die Gruppe begrüßte die Rücknahme der rechtsextremen Anmeldung als positiven Schritt. Noch in diesem Jahr hatte es vor dem Oberverwaltungsgericht Münster mehrfach Proteste von Neonazis und rechtsextremen Aktivisten wegen desselben Themas gegeben.
Mit dem Rückzug der Rechtsextremen bleibt nun nur noch die Gegenkundgebung an Heiligabend bestehen. Dortmunds Entscheidung, ein gekennzeichnetes Grab für Borchardt zu verweigern, zielt darauf ab, rechtsextreme Versammlungen an der Stelle zu verhindern. Ähnliche Konflikte blieben in Deutschland in den letzten Jahren auf wenige Orte beschränkt.






