Polizist rät Frauen zu Beziehungsverzicht – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Sophia WeberPolizist rät Frauen zu Beziehungsverzicht – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Ein hoher Polizeibeamter in Deutschland hat mit einer umstrittenen Aussage für Aufsehen gesorgt, nachdem er Frauen dazu riet, auf Beziehungen zu Männern zu verzichten. Dirk Peglow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Kriminalbeamten (GdP), verwies dabei auf die Risiken psychischer und körperlicher Gewalt. Seine Äußerungen lösten scharfe Reaktionen aus – von Gelächter einer bekannten TV-Moderatorin bis hin zu einer breiten Online-Debatte.
Peglow äußerte sich im Rahmen einer Diskussion über Gewalt in Partnerschaften. Er berief sich auf Statistiken, die zeigen, dass Frauen in Beziehungen mit Männern einem höheren Risiko ausgesetzt sind, Schaden zu nehmen. Feministische Autorinnen wie Emilia Roig, Beatrice Frasl und Pauline Harmange haben solche Befürchtungen bereits seit Langem thematisiert und darauf hingewiesen, dass viele Frauen in heterosexuellen Partnerschaften vermehrtem Stress, finanziellen Belastungen und gesundheitlichen Problemen ausgesetzt sind.
Die Bild-Zeitung forderte Peglow später auf, seine Aussagen zu präzisieren. Er betonte, er wolle nicht vor allen Beziehungen warnen oder jeden Mann als gefährlich darstellen. Vielmehr verwies er auf dokumentierte Muster von Gewalt sowie ungleiche Belastungen, etwa durch unbezahlte Hausarbeit und emotionale Fürsorgearbeit, die häufig Frauen tragen müssten.
Die Reaktionen fielen schnell und gespalten aus. Dunja Hayali, Moderatorin des heute journal, lachte über Peglows Aussage. In sozialen Medien warfen ihm Kritiker vor, er betreibe "Gehirnwäsche", "spalte die Gesellschaft" oder sei gar "männerfeindlich". Andere verteidigten seine Haltung und argumentierten, sie spiegle reale Daten zu geschlechtsspezifischer Gewalt wider.
Peglows Äußerungen haben die Debatte über Sicherheit und Gleichberechtigung in Beziehungen neu entfacht. Zwar relativierte er seine Warnung als nicht pauschal gültig, doch der Gegenwind zeigt, wie brisant das Thema bleibt. Studien belegen weiterhin Ungleichheiten bei Gesundheit, Vermögen und Arbeitsaufteilung zwischen Männern und Frauen in Partnerschaften.






