Opernhäuser zwischen Kunst und Kommerz: Wie Instagram die Klassik neu erfindet
Theo BauerOpernhäuser zwischen Kunst und Kommerz: Wie Instagram die Klassik neu erfindet
Opernhäuser verändern ihre Präsentation in den sozialen Medien. Viele setzen inzwischen auf Lifestyle und Konsum statt auf die Kunst der Musik. Mit dieser Neuausrichtung soll die Oper moderner und attraktiver für neue Zielgruppen wirken.
Auf Instagram betonen einige Häuser Trinkpausen und Alkoholkonsum. Die Oper wird als Spielwiese oder kulinarisches Erlebnis vermarktet, bei dem Moderatoren Getränke und Rahmenprogramme in den Vordergrund stellen. Grundlegende Benimmregeln oder die Bestellung am Buffet werden oft in einem bevormundenden Ton erklärt – als bräuchten die Zuschauer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Junge Influencer bewerben Dresscodes, Drinks und „Überlebenstipps“, statt über die Musik zu sprechen. Sponsoren werden immer wieder gedankt, um ihnen die Sinnhaftigkeit ihrer Investition zu versichern. Die Oper wird als Wohlfühlort mit Ablenkungen in den Pausen inszeniert, nicht als Raum für Reflexion oder Debatte.
Nicht alle Häuser folgen diesem Trend. Die Bayerische Staatsoper etwa konzentriert sich in ihren Inhalten auf die Musik selbst. Diskussionen über Wagner, das Orchester oder philosophische Fragen haben Vorrang vor Lifestyle-Marketing.
Die Opernwerbung ist heute gespalten: Einige Häuser setzen auf Lifestyle und Unterhaltung, um Publikum zu gewinnen. Andere bleiben der Kunst und der intellektuellen Tiefe der Aufführungen treu.
