07 May 2026, 04:02

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Elite gegen digitale Kriminalität

Polizisten in Uniform stehen hinter Barrieren einer Menge gegenüber, von der einige Mützen tragen und Waffen halten, während sie eine Anti-Terror-Operation in Wien, Österreich, durchführen.

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Elite gegen digitale Kriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt digitale Ermittlungskompetenz mit großem OSINT-Ausbau

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen baut ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung digitaler Kriminalität mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT) deutlich aus. Die Initiative umfasst neue Schulungsprogramme, erweiterte Teams und spezialisierte Einheiten zur Erfassung und Analyse von Online-Bedrohungen. Ziel der Behörden ist es, ihre Ermittlungskapazitäten bei politisch motivierter Kriminalität durch die Nutzung öffentlich zugänglicher Daten zu verbessern.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Abteilung deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine 16köpfige Spezialisten-Einheit. Zu dem Team gehören IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die unter der Leitung von Fabian Coenen in der Unterabteilung 22.2 zusammenarbeiten. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Beschaffung und Auswertung von Informationen aus offenen Quellen – insbesondere bei Fällen politisch motivierter Straftaten.

Im Rahmen der landesweiten Bemühungen wurde zudem das Projekt „Digitale Streife“ ins Leben gerufen. Dadurch kamen zehn neue Beamte zum LKA hinzu, sechs davon verstärken Coenens Team. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden erhalten nun OSINT-Schulungen und Unterstützung.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent an der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, leitet das Programm. Gemeinsam mit seinen Kollegen entwickelte er einen standardisierten Online-Kurs, der OSINT-Techniken sowohl an neue LKA-Mitarbeiter als auch an Beamte der „Digitalen Streife“-Einheiten vermittelt. Die Schulungen stellen sicher, dass alle Kräfte Daten aus sozialen Medien und anderen öffentlichen Plattformen effektiv sammeln und bewerten können.

Über das LKA hinaus bieten nun sechs spezialisierte Einheiten OSINT-Expertise im Rahmen des deutschen Staatsschutzsystems an. Diese Teams unterstützen bei dringenden Einsätzen mit schnellen Reaktionszeiten und stärken so die Fähigkeit der Behörden, digitale Spuren zügig zu verfolgen.

Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei mit Online-Bedrohungen umgeht. Mit größeren Teams, gezielter Ausbildung und spezialisierten Einheiten sind die Behörden besser gerüstet, um politisch motivierte Straftaten zu überwachen und zu bekämpfen. Die Initiative setzt zudem Maßstäbe für die Integration digitaler Aufklärung in den polizeilichen Alltag.

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