NRW-Landwirte droht drastischer Einkommenssturz um fast ein Drittel
Charlotte WagnerNRW-Landwirte droht drastischer Einkommenssturz um fast ein Drittel
Landwirte in Nordrhein-Westfalen (NRW) müssen im kommenden Wirtschaftsjahr mit einem drastischen Einkommensrückgang rechnen. Wie die Landwirtschaftskammer mitteilt, werden die Erträge konventioneller Vollerwerbsbetriebe um fast ein Drittel einbrechen. Die aktuelle Prognose zeichnet für die Agrarbranche der Region im Jahr 2025/26 ein düsteres Bild.
Die Landwirtschaftskammer NRW stützt ihre Berechnungen auf die Finanzdaten von Vollerwerbsbetrieben im NRW-Buchführungsnetz. Für 2025/26 wird ein durchschnittliches Einkommen von 73.311 Euro erwartet – 29 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies folgt auf einen bereits im laufenden Wirtschaftsjahr verzeichneten Rückgang um 30 Prozent.
Bei Gewinnen von rund 70.000 Euro tun sich viele Familienbetriebe schwer, die grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken. Die Landwirte müssen ihr Einkommen aufteilen, um Steuern, Pflichtbeiträge und Kreditraten zu begleichen. Für Investitionen in Maschinen, Flächen oder Modernisierungen bleibt danach kaum noch etwas übrig.
Die Prognose enthält keine spezifischen Daten zu Ökobetrieben in NRW. Zwar ist der deutsche Biomarkt gewachsen – die Umsätze übersteigen mittlerweile 18 Milliarden Euro –, doch die heimische Produktion kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Ein direkter Vergleich der wirtschaftlichen Lage von Öko- und konventionellen Betrieben steht für 2025/26 jedoch aus.
Das erwartete Einkommen von 73.311 Euro pro Betrieb lässt vielen Landwirten kaum Spielraum für dringend notwendige Erneuerungen oder Erweiterungen. Ohne zusätzliche finanzielle Handlungsspielräume bleibt die langfristige Zukunftsfähigkeit dieser Betriebe ungewiss. Die Zahlen der Landwirtschaftskammer unterstreichen den wachsenden Druck auf die Agrargemeinschaft in NRW.