NRW-Bildungssystem in der Krise: Jedes dritte Grundschulkind scheitert an Mindeststandards
Theo BauerDGB fordert mehr Geld für Schulen in NRW trotz Rekordbudget - NRW-Bildungssystem in der Krise: Jedes dritte Grundschulkind scheitert an Mindeststandards
Ein neuer Bericht deckt gravierende Mängel im Bildungssystem Nordrhein-Westfalens auf. Studien zeigen, dass jedes dritte Grundschulkind die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erfüllt, bevor es auf die weiterführende Schule wechselt. Bis zur zehnten Klasse verschärft sich die Lage: 85 Prozent der Schülerinnen und Schüler verfehlen dann die geforderten Sprachkompetenzen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in NRW fordert trotz Rekordausgaben des Landes für Bildung dringend zusätzliche Investitionen. Eine Studie des DGB NRW aus dem Jahr 2023 schätzt, dass in den kommenden zehn Jahren 156 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln nötig sein werden, um Schulen und Infrastruktur zu modernisieren. Der Finanzexperte Torsten Windels, der die Daten analysiert hat, stellt fest, dass die Bildungsausgaben nicht mit dem allgemeinen Haushaltswachstum Schritt gehalten haben.
Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, kritisierte die Aussagen der Landesregierung zu Fortschritten im Bildungsbereich. Die Realität an den Schulen spiegle die offiziellen Darstellungen nicht wider, so Weber. Windels ergänzte, dass die Investitionsquote NRWs in den vergangenen zwölf Jahren bei nur 10,1 Prozent gelegen habe – deutlich unter Bayern mit 16,2 Prozent und Baden-Württemberg mit 15,4 Prozent.
Um die Lücken zu schließen, forderte Windels die Landesregierung auf, ihre finanziellen Spielräume zu nutzen und auf eine Milliarden-Sonderrücklage zurückzugreifen. Ohne eine spürbare Erhöhung der Mittel würden die bildungspolitischen Ziele des Landes unerreichbar bleiben, betonte er.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen den Bildungszielen NRWs und den aktuellen Ausgaben. Da nur ein Bruchteil der Schülerinnen und Schüler die Mindestanforderungen erfüllt, zielt der Appell nach höheren Investitionen darauf ab, langfristige Folgen abzuwenden. Der DGB besteht darauf, dass sofortiges Handeln nötig ist, um die Zukunft der Region zu sichern.