Neusser Initiative kämpft um Denkmalschutz für historische Betonbrücke am Nordkanal
Moritz WernerNeusser Initiative kämpft um Denkmalschutz für historische Betonbrücke am Nordkanal
Eine lokale Gruppierung in Neuss setzt sich für den Erhalt einer alten Betonbrücke über den Nordkanal ein. Die Initiative „faktion jetzt!“ möchte, dass das Bauwerk wegen seiner kulturellen und architektonischen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt wird. Zudem soll ein alter Baum in unmittelbarer Nähe geschützt werden.
Die Brücke an der Ecke Nordkanalallee und Selikumer Straße zählt zu den frühesten Betonkonstruktionen der Region. Derzeit nutzen Fußgänger und Radfahrer sie, um den Kanal zu überqueren. Ihr Erbauer, Klaus Rohlinger, war von 1904 bis 1929 ein prominentes Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA).
Rohlinger entwarf auch weitere markante Gebäude in Neuss, darunter das ehemalige Herz-Jesu-Kloster, die Häuser Liedmannstraße 14 und 16, den Kamillus-Hof-Komplex sowie das St.-Anna-Kinderheim. Fraktionsvorsitzender Michael Klinkicht betonte Rohlingers Rolle bei der Entstehung der Brücke als zentralen Grund für ihren Erhalt.
Die Gruppierung hat offiziell einen Antrag auf Denkmalschutz für die Brücke eingereicht. Geschäftsführerin Kerstin Wilke unterstützt das Vorhaben und verweist auf den historischen Wert des Bauwerks. Der Kulturausschuss hat den Antrag inzwischen an den Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung und Mobilität weitergeleitet. Eine Beschlussempfehlung steht noch aus.
Die Stadt Neuss muss nun bei der Unteren Denkmalschutzbehörde die Einleitung des Schutzverfahrens beantragen. Bei Erfolg könnte die Brücke offiziell als Baudenkmal anerkannt werden – was wiederum die Pläne für einen Neubau, der die Radverkehrsgeschwindigkeit in der Gegend verbessern soll, blockieren würde.
